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Slow Farming 

- Landwirtschaft ohne Hast und Turbomast -

In unserer schnelllebigen Zeit hat das sportliche Motte „Schneller, Höher, Weiter“ längst Einzug in alle Lebensbereiche gehalten. Besonders im Wirtschaftsleben gelten schnellere Produktion, höhere Gewinne und weiteres Wachstum als unverzichtbar, um konkurrenzfähig zu bleiben. Längst mahnen nicht nur Zivilisations-Aussteiger zur „Entschleunigung“ unseres Lebens und damit zur Wiedergewinnung von Lebensqualität.

Auch die moderne Landwirtschaft entwickelt sich im Sog der Produktivitätssteigerung immer mehr zur reinen Agrarindustrie. Eine einzelne Milchkuh produziert heute in einem Jahr genug Milch, um einen Tanklastzug zu füllen. Schweine werden bis zu ihrer Schlachtung in automatisierten Schlachthöfen vier mal weiterverkauft, weil es sich niemand mehr leisten kann und will, fast ein ganzes Jahr auf den Verkaufserlös zu warten. Die ständige Steigerung der Hektarerträge bei Getreide oder Kartoffeln ist heute das dominierende Ziel bei der Entwicklung immer neuer Sorten.

Wenn man der Natur mehr abverlangt, als sie von sich aus geben kann, funktioniert das nur mit dem Einsatz von Turbomast-Futtermitteln, Gentechnik und jeder Menge Agrochemie. Das Ergebnis sind inhaltsarme Nahrungsmittel die wiederum zu industriellen  „Convenience-Produkten“ verarbeitet werden. Sie entsprechen unseren, durch die Werbung geprägten, Erwartungen und Konsumgewohnheiten und sind so wenig wert, wie das Preisschild verrät.

Angesichts dieser Verarmung unserer Nahrungsmittel haben einige Nutztier-Archen beschlossen, diese Entwicklung nicht mehr mitzumachen, sondern ihre Produkte nach traditioneller bäuerlicher Manier und altbewährten Verfahren zu erzeugen. Wir haben Zeit: ist unser Motto, darum verzichten wir auf industriell gemischtes Leistungsfutter, auf Soja und GOV Futtermittel.

Slow Farming kann nur mit alten und bewährten Rassen und Sorten gelingen, die für eine extensive Wirtschaftsweise geeignet sind. Ein auf höchste Mastleistung abgestimmtes Hybridschwein gefüttert ohne Leistungsfutter kann kaum Fleisch ansetzen. Eine alte Speckrasse dagegen ist mit Kartoffeln, Rüben, Gras und etwas Schrot und Auslauf zufrieden und liefert nach ca. einem Jahr ein gutes Schlachtergebnis. Alte regional angepasste Tomatensorten wachsen auch bei uns im Freiland, die modernen Hochleistungssorten nur im Gewächshaus auf einer Art Schaumstoff, der mit einer Nährlösung versorgt wird.

Durch das langsame Wachstum haben Fleisch, Gemüse, Getreide und Früchte Zeit, Nähr- und Aromastoffe anzureichern. Und durch handwerkliche Verarbeitung nach traditionellen Verfahren und Rezepten werden daraus gesunde und wohlschmeckende Köstlichkeiten – kein Fast Food sondern eben echte „Lebens-Mittel“!

Allgemeine Ziele des Slow Farmings:

·        Agrobiodiversität: Bewahrung der Vielfalt in der Landwirtschaft, Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen und Nutzpflanzen

·       Kulturpflege: Handwerkliche Produktion, traditionelle Verfahren und Produkte

·       Nachhaltigkeit: Umweltschonende Produktion auf Acker und im Stall, Verzicht auf synthetische Dünger, chemische Herbizide, Insektizide, vorwiegende Behandlung der Tiere mit alternativen Medikamenten, keine prophylaktische Parasitenbekämpfung sondern nur gezielter Einsatz und Zuhilfenahme von so genannter alternativer Heilmethoden

·       Artgerechte Haltung: Einhaltung der Tierschutzbestimmungen, Freiland bzw. Auslaufhaltung, Weidetiere erhalten Weidegang, Wassergeflügel hat Zugang zu Bademöglichkeiten, Verzicht auf Spaltenböden

Futtermittel der Slow Farmen:

·       keine Futtermittel aus der Dritten Welt

·       kein Soja

·       keine Dotterfarbstoffe

·       Keine Tierkadavermehle oder Produkte

·       Keine GOV Futtermittel oder gentechnisch hergestellte Zusatzstoffe

Eine solche Fütterung der Tiere lässt sich nur realisieren unter

·       Verzicht auf industriell gemischtes Hochleistungsfutter. Traditionelles Mastfutter wie Eicheln, Getreide, heimische Hülsenfrüchte, Kartoffeln oder Runkeln sind als Zusatzfutter besser geeignet!

 

Nutztier-Archen mit diesem Zusatzlogo betreiben Slow Farming:

 

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