Die Aylesbury Ente

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Das Rasseportrait

Die Aylesbury Ente

Die Aylesbury Ente

Die Aylesbury Ente soll eine wache, aber insgesamt unaufgeregte freundliche Ente sein. Sie wird leicht zutraulich.

In Deutschland ist der Wirtschaftstyp der Ente bis auf wenige Tiere quasi ausgestorben. Aus den, noch in Resten bestehende Ausstellungstyp, wird nun unter Mithilfe von Tieren aus dem Ursprungsland in einem Zuchtprojekt einer Nutztier-Arche wieder der Wirtschaftstyp erzüchtet.

Zunächst muß die Ente abspecken, auch wenn sich das für eine Mastente widersinnig anhört. Gewichte von 5-7 kg sind nicht nur ein bisschen grotesk und für eine natürliche artgerechte Nutzhaltung mit zu hoher Mastintensität verbunden, sondern wie ich auch immer wieder höre, leidet die Rasse unter Fruchtbarkeitsproblemen, die es früher nicht gegeben hat. Die Erpel sind zu schwer, werden dadurch zu träge und büßen einen Teil ihrer Fruchtbarkeit ein. Maximal können die Tiere 1:2 gehalten werden, aber auch bei dieser Konstellation gibt es häufiger Probleme. Ein weiteres Problem, dass Züchter berichten ist, dass die Küken häufig bei der Kunstbrut schlecht aus dem Ei kommen. Das kann bei einer vitalen Ente und vorausgesetzter richtiger Brut eigentlich nicht sein und ist auch für eine Nutztierhaltung unangemessen. Zuchtziel sollte natürlich auch die Vitalität der Tiere sein.

Wir sollten in der Aylesbury Nutzzucht ein Gewicht von 2,5-4 kg als ausreichend und wünschenswert betrachten.

Natürlich mussten wir auch massige Tiere im Ausstellungstyp dazukaufen. Hier arbeiten wir darauf hin, dass sich die Fruchtbarkeit schon in dieser Zuchtsaison verbessert. Wir reichern ein eiweißreiches stärkearmes Futter, dass mit Komponenten ungesättigter Fettsäuren angereichert ist. Die Enten erhalten spezielle Kräutermischungen und ätherische Essenzen, die Vitalität und Fruchtbarkeit fördern sollen. Ansonsten sollte die Ente viel Auslauf haben mit der Gelegenheit, Grünzeug zu fressen. Auch Würmer und Schnecken tragen zu einer artgerechten und damit auch fruchtbarkeitsfördernden Ernährung der Ente bei, wozu es notwendig ist, dass sie etwas herumkommt, etwas beweglicher wird, als es der Ausstellungstyp ist. Der extrem heraus gezüchtete tiefe Kiel ist dafür aber recht hinderlich und sieht ja auch nicht schön aus. Wenn der Kiel gar noch auf dem Boden schleift oder die Ente Gleichgewichtsprobleme durch ihren Kiel bekommt,  ist es aus Tierschutzgründen geboten, solche Tiere nicht weiter zu züchten. So sollten  wir hier auf eine wenig ausgeprägte Kielbildung selektieren und durch gezielte Verpaarung entsprechender Tiere uns dem ursprünglichen Wirtschaftstyp wieder annähern. Gleichzeitig hoffen wir, dass wir aus den englischen Linien Tiere gewinnen können, die dann im nächsten Jahr diese Zuchtbemühungen auf eine breitere Basis stellen. Die Aylesbury Ente im Wirtschaftstyp sollte keinen ausgeprägten Kiel aufweisen.

Weitere Informationen unter Tierische Initiativen!

Text und Foto: Imke Röhl ©Nutztier-Arche Rothenmühle

Weiterführende Literatur
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Groß- und Wassergeflügel
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Kunstbrut - Handbuch für Züchter
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Kramers Taschenbuch der Rassegeflügelzucht
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