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Deutsches Reichshuhn, der Name mag,
geschichtlich gesehen, etwas seltsam anmuten. Der Gedanke an ein
Deutsches Nationalhuhn stand bei der Kreation dieser Rasse schon im
Vordergrund, jedoch war das schon um 1895. Einer Zeit, in der sich ein
Großteil der Deutschen zum ersten Mal mit den unter Bismarck geeinten
vielen Deutschen Fürstentümern identifizierten.
Nach der Bauernbefreiung und der nach 30 Jahren entgültig
abgeschlossenen Lehensablösung fühlten sich die Menschen zum ersten
Mal in der Geschichte wirklich frei. Allenthalben und in jedem Bereich
entstand ein Nationaltum, das durch den 1. Weltkrieg zunichte gemacht
wurde. Wenn die Rede von der "Guten alten Zeit" ist, dann
sind es die Jahre 1871-1914, und somit ist die Rasse "Deutsches
Reichshuhn" ein Zeuge seiner Zeit, wie kaum etwas anderes. Es ist
eigentlich dem SV zu danken, dass der Name nie geändert wurde, weil
der Rassename so typisch für die Ideen und Einstellungen seiner
Entstehungszeit ist.

Paradoxerweise wurden zur Erzüchtung des Deutschen Reichshuhns keine
einheimischen Landhuhnschläge verwendet, sondern im wesentlichen
Rassen aus dem asiatischen Rassenkreis wie die Sussex, Brahma und
Orpington, aber auch Mittelmeerrassen wie Minorka und Italiener.
Das A und O des Deutschen Reichshuhns ist die Form, die im Grunde
backsteinförmig sein soll. Eine alte Züchterregel heißt daher, Länge
zu Breite zu Tiefe, 5:3:3. Das sagt schon aus, dass die Schultern
breit sein sollen und der Körper von der tiefen Brust bis zum vollen
Legebauch gleich breit bleiben muss.
Ein Deutsches Reichshuhn hat einen geraden Rücken, der durch den bei
der Henne ansteigenden, beim Hahn nur leicht ansteigenden Schwanz verlängert
wird. Ein Erbe der Mittelmeerrassen ist das festanliegende Gefieder
mit straffer Feder, das sich ebenso in straffer Flügelhaltung
fortsetzt.
Es sind die Farbschläge weiß, hell, gelb-columbia, gestreift, rot,
schwarz, silber-schwarzgesäumt, gold-schwarzgesäumt und birkenfarbig
bekannt.
Der Kopf ist nur mittelgroß mit leicht gewölbtem Schädeldach, auch
dem ein fester, feingeperlter Rosenkamm sitzt, ohne auzuliegen. Die
Kammfahne folgt dabei der Nackenlinie. Die Kehllappen und Ohrscheiben
sind mittelgroß, unbefiedert und ohne Falten.
Die Läufe dagegen sind weiß bis fleischfarbig und die Schenkel
sichtbar ohne Schenkelpolsterung.
Vom Wesen her sind die Deutschen Reichshühner trotz ihres eher
leichten Schlages sehr ruhig und werden auch zutraulich. Die Rasse
gilt als gutes Legehuhn - auch im Winter. Die vorhandene Frohwüchsigkeit
und bekannte Widerstandskraft der Rasse gilt es weiterhin zu erhalten.
Bei den Fotos handelt es sich um Jungtiere!!
| Lebndgewicht |
2,5 bis 3,5kg |
| Bruteimindestgewicht |
55g |
| Legeleistung |
ca. 180 |
| Farbe der Eier |
rahmgelb |
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