Das Sorraia Pferd
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Das Rasseportrait

Das Sorraia Pferd

Sorraia Pferd

Das Sorraia Pferd hat ein ausgeglichenes, eher ruhiges Temperament und manchmal einen ausgesprochenen "Dickschädel". Dieses Pferd kann man kaum zur Mitarbeit zwingen, man muss es motivieren - dann tut es alles für "seinen" Menschen. Sorraias sind außerdem anspruchslos, widerstandsfähig und in der Fütterung sehr robust.

        Es kommt ursprünglich von der Iberische Halbinsel, Portugal – nordöstlich von Lissabon.

Mit einer Größe von ca. 140 bis 153 cm -  sind die Sorraias trotzdem keine Ponies, sondern „Ur“-Warmblüter, also Pferde.

Sorraias sind meistens Gelbfalben (ratos), es gibt aber auch Grau-/Dunkelfalben (boiras).Die Rasse hat einen Aalstrich und Zebrastreifen an den Gliedmaßen. Diese Zebrierung ist sehr unterschiedlich. Bei vielen Sorraias ist sie leider schon nicht mehr sehr stark zu sehen. Einige Sorraias haben eine dunkle Maske im Gesicht. Das typische "Mehlmaul" ist bei den meisten Sorraias nicht besonders stark ausgeprägt (wie z. B. bei Norwegern, etc.); die Pferde werden zwar mit Mehlmaul geboren, sobald sie aber das Fohlenfell verlieren sind sie dunkel pigmentiert um das Maul.

Das Gebäude ist ausgewogen bis lang. Der Kopf ist klein, leicht konvex und hat ein gerades Profil. Die Sorraias haben meistens einen Ramskopf (keine Ramsnase, wie sie oft bei Kaltblütern vorkommt!), welcher unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Der Kopf hat lange, schwarz umrandete Ohren und hochliegende Augen. Der Hals ist lang und dünn, der Rücken kurz mit gerader Oberlinie, ziemlich hohem Widerrist und abfallender Kruppe ("Dachkruppe"). Oft ist die Hinterhand bei nicht gearbeiteten Tieren schlecht entwickelt. Werden Sorraias regelmäßig geritten und gearbeitet, entwickeln sie oftmals schnell eine typische "Westernpferdekruppe". Der Schweif ist hoch angesetzt. Die Gliedmaßen sind ziemlich lang und stabil. Sie beginnen bei einer wenig bemuskelten, eher steilen Schulter und enden bei ziemlich harten aber wohlgeformten Hufen. Viele - fast alle - Sorraias sind ziemlich "schmalbrüstig" und haben daher eine leicht Bodenweite Stellung der Vordergliedmaßen.

Sorraias werden als Freizeitpferde vor allem für Kinder, zum Westernreiten, als Saumpferd, aber auch zum Viehtrieb, etc. verwendet, da sie sehr trittsicher und zuverlässig sind.
Die Rasse verdankt ihren Namen zwei portugiesischen Flüssen, dem Sôr und dem Raia. Beide treffen nahe der Stadt Couco zusammen und formen einen größeren Fluss. An ihrem Ufer entdeckte Dr. d’Andrade 1927 die wild lebenden Pferde. Näher betrachtet erinnert die Rasse nicht nur an den Tarpan, sondern auch an das Mongolische Wildpferd, obwohl das letztgenannte Pferd nicht in der Urwildpferde-Form III (Warmblut) steht, sondern in der Urwildpferde-Form II (Kaltblut).

Zurzeit gibt es weltweit noch ca. 150 bis 180 Sorraia-Pferde, davon nur wenige in ihrem angestammten Raum, der iberischen Halbinsel. In Deutschland gibt es rund 60 Sorraias, von denen bereits einige in die USA verkauft wurden.

Sie waren dabei, als Portugiesen und Spanier die „Neue Welt“ entdeckten und eroberten. Auf den Schiffen Vasco da Gamas und Kolumbus‘, auf rutschigen Planken im Lager unter der Kajüte Álvares Cabrals und Magalhães‘ gehörten sie zu den ersten Landtieren, die auf dem Seeweg die Welt umrundeten. Sie sind die Urväter nordamerikanischer Mustangs. Auf ihrem Rücken ritt Heinrich der Seefahrer vom Hafen bei Sagres zu den heilenden Quellen in den algarvianischen Bergen. Heute sind sie vergessen und fast ausgestorben: Die Sorraia Pferde, die letzte noch lebende Wildpferd-Rasse Europas.

Erst vor rund einem Jahrhundert sind die letzten dieser Urpferde in Portugal wiederentdeckt worden. 1927 entdeckte der Großgrundbesitzer Dr. Ruy D´Andrade im Gebiet des Flusses Sôr (etwa in Höhe Lissabon) eine Herde wildlebender Pferde.

Dr. Michael Schäfer – ein namhafter deutscher Tierarzt, Forscher & Buchautor, der im Jahr 2001 verstarb – und seine Frau haben 1975 eine kleine Herde Sorraias unter schwersten Bedingungen nach Deutschland gebracht.
Nach der portugiesischen Revolution vor 30 Jahren (Nelkenrevolution) begann Dr. Michael Schäfer mit der Züchtung seiner aus Portugal mitgebrachten Sorraias. Sie ist in Europa die wertvollste Zucht dieser Rasse. Die meisten in Deutschland gezüchteten Sorraias stammen aus der Schäfer-Herde.

Leider hat sich bis heute in Europa keine Organisation wirkungsvoll für den Schutz der Sorraias eingesetzt.

Rassebeschreibung und Fotos: Katharina Asmuß

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