Deutsches Gelbvieh-Frankenvieh
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Das Rasseportrait

Deutsches Gelbvieh-Frankenvieh

Das Gelbvieh oder auch Frankenvieh ist ein großwüchsiges, langes Rind mit guter Bemuskelung und kräftigen Knochen. Einfarbig erbsen- bis rotgelb ohne Abzeichen.
Aufgrund des Kleinbesitzes im Herkunftsgebiet der Rasse Gelbvieh, in Franken, deshalb auch als "Gelbes Frankenvieh" bezeichnet, wurde bis zur Mechanisierung der Landwirtschaft ein dreifaches Zuchtziel angestrebt: Arbeit + Fleisch + Milch. Das Gelbvieh ist sprichwörtlich bekannt für seine Gängigkeit und harte Klaue.
Ab 1922 wurden in Bayern Landes-Mastviehausstellungen, ab 1931 Mastviehausstellungen auf Reichsebene und nach dem 2. Weltkrieg DLG - Mast- und Ausschlachtungsschauen durchgeführt. Bei diesen Wettbewerben stellte Gelbvieh 15% der vorgestellten Tiere und errang 48% der vergebenen Siegermedaillen, eine überzeugende Demonstration der herausragenden Fleischleistung dieser Rasse (Richter, 1997).
Das Deutsche Gelbvieh ist heute eine fleischbetonte Zweinutzungsrasse. In der Mutterkuhhaltung bewährt sich Gelbvieh seit Jahren in Reinzucht und Kreuzung durch Frühreife und gute Fruchtbarkeit, problemlosem Geburtsverlauf sowie gutartigem Charakter. In den USA ist Gelbvieh die Rasse, welche im Merkmal "Gewicht abgesetztes Kalb pro Jahr und Kuh" die beste Leistung erbringt. Bei Rassenvergleichen hinsichtlich der Mast- und Schlachtleistung in Deutschland behauptet sich Gelbvieh wiederholt sehr gut (Warzecha et al. 1999).

Gelbvieh-Frankenvieh


Anfang des 19. Jahrhunderts führte man Heilbronner Vieh, eine Kreuzung aus rotem Landvieh und rotbraunem Berner Vieh, in Franken ein. 1872 wurde ein eindeutiges Zuchtziel aufgestellt zur planmäßigen Zucht auf Einfarbigkeit, Arbeitstüchtigkeit und Frohwüchsigkeit. Hierzu wurden möglichst einfarbige Simmentaler, und Shorthorn eingekreuzt. Mit Gründung des "Zuchtverbandes für gelbes Frankenvieh, Abteilung Mittel- und Oberfranken" im Jahr 1897 in Nürnberg, des "Zuchtverbandes für gelbes Frankenvieh, Abteilung Unterfranken" im Jahr 1899 in Würzburg und des "Zuchtverbandes für gelbes Frankenvieh in Oberfranken" im Jahr 1900 in Bamberg entschloss man sich, keine Kreuzungen mehr durchzuführen.

Das Gelbe Frankenrind zählt zu den gelben Höhenrinder Deutschlands, zu denen auch das Lahnvieh in Kurhessen, die Glan-Donnersberger in der Rheinpfalz und in Rheinhessen sowie die Limpurger im östlichen Württemberg gehören. Bezeichnend für diese Zuchtgebiete ist ein Überwiegen des Ackerbaus, der Mangel an Grünland infolge der geringeren Niederschläge sowie aufgrund der Siedlungsart und dem Vorherrschen der Kleinbetriebe eine überwiegende Stallhaltung.
Nach Gutbrod (1929) umfasste das Zuchtgebiet des Gelbviehs 500.000 Rinder in Franken und Thüringen, darunter in Unterfranken ein geschlossenes Zuchtgebiet mit 300.000 Rindern.

Durch die anhaltende Entwicklung der Rinderzucht in Richtung Milch kam es zu einer starken Verdrängung des Gelbviehs durch Fleckvieh. Im Jahr 2004 wurden noch 227 MLP-Betriebe mit der Betriebsrasse Gelbvieh gezählt. Die Hauptverbreitungsgebiete des Gelbviehs sind heute der Regierungsbezirk Unterfranken, die Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen und Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim im Regierungsbezirk Mittelfranken sowie der Landkreis Bamberg im Regierungsbezirk Oberfranken.


Quelle: Bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft

Fotos: Biohof Kilian

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Weiterführende Literatur
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Seltene Haus- und Nutztierrassen
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Genetische Vielfalt von Rinderrassen
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