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Das Rasseportrait

Soay-Schaf


Der Hauptzweck der Soay-Zucht sollte eigentlich die Erhaltung dieser Schafe in ihrer ursprünglichen Form und Vielfalt sein (Reinzucht), nicht unbedingt die züchterische Bearbeitung. Leider wird das Soay-Schaf aber häufig für Kreuzungsversuche und Rückzüchtungen verwendet, was ein Erkennen reinrassiger Exemplare sehr erschwert. Rückzüchtungen mit z.B. Heidschnucken oder weiße Soay-Schafe sehen zwar vielleicht aus wie diese, bzw. diesen sehr ähnlich, es sind aber leider keine.

Für das Soay-Schaf existieren im Augenblick mehrere, leider nicht identische,  Rassebeschreibungen. 

Dies ist durch die unterschiedlichen Voraussetzungen ihrer Entstehung bedingt.

Die derzeit gültige Rassebeschreibung des VDL wurde irgendwann, nachdem die Tiere ins Herdbuch aufgenommen worden waren, von irgendwoher übernommen (Übersetzung aus dem Englischen? Oder aus dem Bayerischen Herdbuch (damaliges Zuchtziel)?).

Die Zuchtzielbeschreibung der Bayerischen Herdbuchgesellschaft für Schafzucht wurde aus der englischen Rassebeschreibung übernommen und an die Verhältnisse in Deutschland angepasst.

Die Rassebeschreibung der IG Soay wiederum soll ebenfalls dem Zweck dienen die Tiere möglichst rein zu erhalten. Da davon auszugehen ist, dass die in Deutschland vorhandene „Vielfalt“ in erster Linie auf die Einkreuzung anderer Rassen zurückzuführen ist, beschränkte man sich auf eine Beschreibung sogenannter „Park-Soay“, was aber bedauerlicherweise auch zu einer Einschränkung der rassetypischen Vielfalt führt.

Da die Rassebeschreibung der IG Soay aufgrund der dort aufgeführten Einzelheiten am besten dazu geeignet ist, auch Anfängern und weniger damit vertrauten Personen die Unterschiede zwischen Mischlingen und „reinen“ Soay-Schafen zu erklären, übernehmen wir hier diese Rassebeschreibung:

1. Allgemein

Das Soayschaf stammt von der Insel Soay vor der Westküste Schottlands und stellt eine entwicklungsgeschichtlich sehr frühe Form des Hausschafes dar. Es ist ein kleinwüchsiges, kurzschwänziges, kurzwolliges und schurfreies Schaf mit Saisonaler Brunst (Fruchtbarkeit 140%). Erste Lammung meist schon einjährig im April. Lammböcke sind - von Ausnahmen abgesehen - bereits nach ½ Jahr fortpflanzungsfähig.
Das Soayschaf kommt in einer dunkelbraunen und in einer hellen Farbvariante vor. Letztere hat ein hellcremefarbenes Fell und zeigt an Kopf und Beinen eine blass fuchsrote Farbe. Beide Geschlechter sind behornt. Die Wolle wird bei guter Kondition im Mai/Juni abgeworfen bzw. an Baum und Zaun abgestreift. Das Klauenwachstum ist gering. Kontrolle - und je nach Gelände - auch ein Schnitt sind trotzdem notwendig.

            Soay Bock   

2. Besondere Rassemerkmale im einzelnen:

Die Hörner eines 4 Jahre alten Bockes sind mehr kreisförmig und nicht extrem korkenzieherartig nach außen gedreht. Am Außenumfang gemessen sind sie etwa 50 cm lang. Die rund 20 cm langen Hörner eines 4-jährigen weiblichen Tieres gehen leicht sichelförmig nach hinten auseinander. Die Hornlängen 1½-jähriger weibl. Tiere liegen bei 7,die von 2-jährigen bei 14 cm.

Die gekräuselte Wolle misst (am Rumpf seitlich) im Winter 3, nur ausnahmsweise bis 4 cm.

Bart beim Bock und Aalstrich sind selten, wobei der Bart den Rest einer Mähnenbildung darstellt und der Aalstrich bei beiden Geschlechtern fast ausschließlich im Winterfell oder als Rest des Winterfells zu sehen ist. Eine ausgeprägte Mähne wie beim Kamerunbock oder ein Sattelfleck wie beim Muffel kommen bei Soays nicht vor.

Der Spiegel ist weiß oder hell lederfarben. Er ist nie grau und erstreckt sich nicht schlecht abgegrenzt über die Keulen hinaus - er ähnelt also dem des Damwildes.

Der Vorder- bzw. Überaugenfleck ist bei jedem Soayschaf erkennbar.

Der 14 bis 19 cm lange Schwanz bei Alttieren (ohne Wolle gemessen) ist nie spitz zulaufend, sondern sieht eher zylindrisch aus wie ein Stück Gartenschlauch. Bei Lämmern ist er durch die meist recht zottelige längere Wolle oft ohne regelmäßige Konturen.

Das weiße bis leicht hell lederfarbene Fell des Bauches ist zur Deckenwolle hin wie der Spiegel in klarer Linie abgegrenzt.

Partien des Unterkiefers, der Kehle und selten auch ca. 3 cm große kreisrunde Flecken unterhalb der Kehle sind ebenfalls weiß bis hell lederfarbig.

Innenohren und Beinpartien zeigen die gleiche weißlich helle Farbe. Letztere fällt jedoch bei den Schafen der hellen Farbvariante wenig auf.

Die Gesichter der weiblichen Tiere sind meist wesentlich bunter als die der Böcke. Bei der dunklen Farbvariante ist oft ein heller bis rotbrauner Farbton unterhalb und hinter den Augen zu erkennen. Bei beiden Farbvarianten kann sich ein hell schimmernder Streifen vom Auge bis zum Nasenflügel hinziehen.

4. Maße, Gewichte

Zu berücksichtigen ist, dass Soays bis zum 4. Jahr wachsen und entsprechend an Gewicht zunehmen können.

 

Höhe

Gewicht

Bock

0,50 - 0,62 m

23 - 43 kg

Muttertier

0,48 - 0,60 m

20 - 35 kg

Lamm bzw. Lammbock (1/2 jährig)

0,42 - 0,53 m

10 - 20 kg

5. Farben

Andere Farbvarianten als die beschriebenen sind - wenn sie vorkommen - als Folge von Einkreuzungen einer fremden Rasse anzusehen. Bekannt sind Einkreuzungen von Blackface-Schafen im Ursprungsgebiet der Insel Soay, sowie in Deutschland mit Muffel, Kamerun, Skudden, Heidschnucken u.a.

Je nach Geschmack des Züchters ist es möglich, z.B. von den dunkelbraunen Tieren die etwas helleren bis mittelbraunen und von den hellen die mit intensiverem Rot im Gesicht bevorzugt weiter zu züchten. Damit wird und darf sich jedoch das Erscheinungsbild der Soayschafe mit den typisch hellen Abzeichen (Spiegel, Bauch usw.) nicht verändern.

 Rassebeschreibung und  Fotos: Robert Biehunko 

 

Weiterführende Literatur :                (sehen Sie bitte auch in unseren Büchershop)
cover
Gefährdete Nutztierrassen
cover
Seltene Haus- und Nutztierrassen
cover
Schafe halten
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