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Nachgefragt...
Fragen an Michael Birk zur Situation des Leineschafes, alte Zuchtrichtung (18.2.2005) 1. Herr Birk, bitte geben Sie uns kurz einige Informationen zu Ihrer Person: 2. Wann und warum sind Sie dem Projekt Nutztier-Arche von VIEH beigetreten? 3. Seit wann halten Sie Schafe und seit wann speziell die alten Leineschafe? 4. Warum "mussten" es unbedingt die alte Zuchtrichtung der Leineschafe sein, und worin sehen Sie die besonderen Vorzüge dieser Rasse, bzw. wie unterscheidet sie sich von dem heutigen Leineschaf? 5. Wie ist es im Moment um das "alte" Leineschaf gestellt? Ist trotz der begrenzten Anzahl der Zuchttiere noch eine geordnete Zucht möglich? 6. Gibt es für interessierte Züchter Zuchttiere zu erwerben, bzw. gibt es einen Markt für das Leineschaf? 7. Halten oder züchten Sie noch weitere bedrohte Nutztierrassen? Herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen! Fragen an Cornelia Roeckl vom Tierzuchtfond (17.01.2005) Am 26.11.2004 haben Tierschutzverbände und Stiftungen gemeinsam den Tierzuchtfonds gegründet. Was nun will oder bietet dieser Fonds? 1. Bitte geben Sie uns kurz einige Informationen zu Ihrer Person und Ihrer Aufgabe im Tierzuchtfonds: 2. Wer, oder welche Gruppen stehen genau hinter dem Tierzuchtfonds? 3. Definieren Sie kurz die Ziele des Tierschutzfonds. 4. Wie und durch wen wird über die Förderungswürdigkeit von Projekten
entscheiden? Gibt es einen Kriterienkatalog? Die Erhaltung alter Nutztierrassen ist kein Förderschwerpunkt des Tierzuchtfonds, da es hier bereits gut entwickelte Organisationen gibt.. Bei besonders innovativen Forschungsansätzen und überregionaler Bedeutung des Projekts für ökologische und bäuerliche Landwirtschaft ist eine Förderung jedoch möglich. Jeder Antrag soll zudem durch zwei Gutachter beurteilt werden, wobei ein
Gutachter durch den Antragsteller benannt und ein Gutachter durch die
Zukunftsstiftung Landwirtschaft bestimmt wird. Für die Gutachter haben
wir folgende Fragen formuliert: 5. Wer darf einen Antrag auf Förderung stellen? 6. Gibt es Mindest- oder Höchstbeträge, die beantragt werden können? 7. Wie beabsichtigen Sie die Vernetzung verschiedener Projekte
durchzuführen, bzw. wo sehen Sie weitere potentielle Partnerschaften? Ein wichtiges Vernetzungsinstrument für das Thema artgemäße Tierzucht wird die Internetseite www.tierzuchtfonds.de sein. Dort sollen sowohl Projektergebnisse als auch Veranstaltungen, Ideen, Diskussionen dokumentiert werden. Der Tierzuchtfonds ist so angelegt, dass weitere Träger dazu kommen können. Alle Förderer ab einem Betrag von 5.000 EUR werden auf der Internet-Seite genannt. Partner, die sich längerfristig für das Thema engagieren und auch beim fundraising helfen wollen, können auch als Partner aufgenommen werden. Schließlich wird die Zukunftsstiftung Landwirtschaft wahrscheinlich von Aril 2005 bis Mai 2007 wieder ein themenbezogenes Netzwerk zur Tierzucht im ökologischen Landbau durchführen. Sobald hierüber endgültig entschieden worden ist, stellen die Veranstaltungen dieses Netzwerks eine wichtige Gelegenheit zur Vernetzung von Akteuren in diesem Themenfeld dar. 8. Sind Spenden an den Fonds absetzbar? Herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen! Spendenkonto: Umfangreiche Informationen, auch über die ersten Förderprojekte, befinden sich auf der website: www.tierzuchtfonds.de Vortrag bei den Landfrauen von Frau Doris Schmitt-Neumann, Nutztier-Arche Weitersbacher Hof Lebens-Mittel... „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Der moderne Mensch lebt vielmehr von convenience food, design food und fast food, von industrie-behandeltem Wasser in schnittfester Form, von Wachsen, Phosphaten und naturidentischen Aromastoffen... Die EU-Richtlinie 95/2 erlaubt 297 Zusatzstoffe zu sogenannten Lebens-Mitteln: 43 Farbstoffe (alles außer E605), 41 Konservierungsstoffe, 15 Antioxidantien, 32 Verdickungs- und Geliermittel, 27 Emulgatoren, 60 Säuren und Säureregulatoren, 17 Geschmacksverstärker, 14 Trenn- und Überzugsmittel, 12 Süßungsmittel, 6 Schutz- und Treibgase... das genügt vorläufig. Außerdem kennt die Lebensmittelindustrie mehrere 1000 Aromen und Enzyme, die nicht als Zusatzstoffe gelten. Wer legt eigentlich fest, was wir essen? Die Codex-Alimentarius-Kommission, kurz CAK, gegründet von der Welternährungs- und der Weltgesundheitsorganisation. Sie regelt Produktion, Verpackung, Kennzeichnung, Kontrolle, Grenzwerte für Schadstoffe und für gentechnisch veränderte Lebensmittel. In der CAK sitzen Vertreter von 152 Ländern, darunter 448 Abgeordnete der Wirtschaft, aber auch 8 Anwälte der Verbraucher-Interessen. Vertreten sind die Konzerne Nestlé, Hoffmann La Roche, Sandoz, Ciba Geigy, Kraft, Monsanto, Coca Cola, BASF, Bayer, Hoechst, Maizena, Südzucker, Mitsubishi, Hokko Chemical... Deutschland hat noch ziemlich strenge Regeln für die Sauberkeit und Genießbarkeit der Lebens-Mittel, aber endgültige Entscheidungen werden nicht in Berlin getroffen, sondern in Brüssel, und ganz am Ende bestimmt die Welthandelsorganisation, was in deutschen Supermärkten angeboten wird. Die EU verbot 1992 den Einsatz von Hormonen in der Rindermast und konsequenterweise auch die Einfuhr von Turbofleisch aus Amerika, Australien und Südafrika, wo die Hormonfütterung legal ist. Daraufhin verhängten die USA Importbeschränkungen für Nudeln, Tomatenmark und Zitrusfrüchte, was Pizza-Hut und die italienisch-stämmigen Pastakonzerne zum Protest veranlasste. Es wurden Expertengruppen zur Schlichtung des Handelskrieges einberufen, die entschieden, dass „der negative Einfluss von Gesundheitsregelungen auf den Agrarhandel“ (!!!) zu vermindern sei. Um Gesundheitsrisiken nachzuweisen, bedarf es langjähriger Studien, also bestimmen weiterhin der Welthandel, die Großkonzerne und der Preisdruck der Handelsketten auf den Erzeuger, was der Mensch zu essen hat. In der Lebensmittelbranche herrscht ein gnadenloser Preiskampf, ein Konzern frisst den anderen auf. Die Qualität der Lebensmittel bleibt dabei auf der Strecke, oder sie liegt – im wahrsten Sinne des Wortes – auf der Straße. In der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg gibt es seit Frühjahr 2003 keinen Milchviehbetrieb mehr. Eine einzige Molkerei, entstanden aus der Fusion vieler kleiner regionaler Molkereien, ist für ganz Rheinland-Pfalz, das Saarland und Teile von Lothringen zuständig. Ob sie ihre Produkte in der Region verkauft, sei dahingestellt. Ein Erdbeerjoghurt wird beispielsweise in Stuttgart produziert. Die Erdbeeren (falls welche drin sind und nicht nur aromatisierte Stärkeklümpchen) kommen aus Polen, die Joghurtkulturen aus Ostfriesland. Die Stärke wird von Holland geliefert, die Marmelade vom Rheinland und der Zucker aus Ostdeutschland. Milch und Gläser können günstig in Bayern bezogen werden. Für die Belieferung eines einzigen Supermarktes mit Erdbeerjoghurt fahren dann jährlich 24 LKWs durch die Gegend und jagen 10.000 Liter Diesel in die Atmosphäre, das alles für um Cents oder Zehntelcents billigere Bezugspreise für den Handel. Das Gefühl für den angemessenen Preis von Lebens-Mitteln ist allgemein verloren gegangen. Ein Kilo Kalbfleisch kann nicht produziert werden für € 3.99, ein Schweineschnitzel nicht zum Kilopreis von € 2.49, und es kann nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn 100 Gramm geräucherter Wildlachs € 1.99 kosten. Geflügel zu Dumpingpreisen kann nur aus tierquälerischer Haltung stammen und muss mit Antibiotika (Tetracycline) und Fertigfutter aufgezogen sein. „Der Wert einer Kultur bemisst sich daran, wie sie sich gegenüber Tieren verhält“ - sagt Mahatma Gandhi. Wie verhalten wir uns im aufgeklärten Okzident? Denken wir nur mal an die Gänsestopfleber, die seit letztem Jahr offiziell als Kulturgut festgeschrieben wurde und schon früher als besondere kulinarische Köstlichkeit galt... Oder nehmen wir das Schwein als Beispiel: ein reinliches Tier, das im Stall Fressbereich und Kotecke streng getrennt hält. Es freut sich an Licht, Luft und Sonne und suhlt sich bei Freigang zur Körperpflege im Schlamm, weil es nicht schwitzen kann und Parasiten fernhalten will. Im Stall liegt es mit Begeisterung auf Stroh. Massentierhaltung auf Spalten über den Ausdünstungen seiner Exkremente verkraftet es unter Stresssymptomen (Anknabbern anderer Tiere, Herz-Kreislauf-Probleme). Deshalb wurden häufig in Mastbetrieben vor der Fahrt zum Schlachthof Betablocker und Cortison verabreicht, damit die armen Schweine wenigstens lebend ankamen. Für Rindviecher gibt es nichts Besseres, als sich von Raufutter zu ernähren und vor allem im Sommer auf der Weide zu liegen. Rindfleisch, das so erzeugt wird, ist rot und dunkel. Stattdessen wurde im Verbraucher der Wunsch nach weißem Kalbfleisch geweckt. Kälber wurden, eingepfercht in enge, dunkle Boxen, statt mit Milch und Heu gefüttert zu werden, ausschließlich mit Milchpulver getränkt. Mangelnde Bewegung, schwache Durchblutung und Eisenmangel führten zum gewünschten Effekt. Wer Gelegenheit hat, Kälber auf der Weide zu beobachten, wie sie bei ihren Müttern Milch trinken und anschließend voller Lebenslust Wettrennen veranstalten, der wird sich so seine Gedanken machen. Übrigens wurden 2006 die EU-Subventionen für Lebendviehtransporte gestrichen, d.h. es gibt endlich keine Extrazuschüsse mehr, wenn Schlachtvieh tagelang ohne Wasser und Futter quer durch Europa transportiert wird. Von der Ökologie der kurzen Wege – aus der Region für die Region – sind wir allerdings noch meilenweit entfernt. „Der Mensch ist, was er isst.“ - formulierte der Philosoph Feuerbach vor ca. 150 Jahren. Hildegard von Bingen, Äbtissin und Naturheilkundlerin im 12.Jahrhundert und Paracelsus, Arzt um 1500 nach Christus, meinten sinngemäß: „Lasst Lebensmittel eure Medizin sein, und Medizin sei eure Nahrung!“ Das bedeutet nicht, dass man mehr Tabletten als Brot zu sich nehmen sollte... Heute muss man mit Karl Ludwig Schweisfurth hinzufügen: „Jedes Lebewesen ist, was es frisst.“ Gesundheit und Wohlbefinden des Menschen sind abhängig von der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Tiere, die Milch, Fleisch und Eier liefern. Deren Gesundheit ist wiederum abhängig von der Gesundheit der Pflanzen, die sie fressen. Und diese wiederum holen sich ihre Gesundheit aus der Fruchtbarkeit des lebendigen Mutterbodens. Auf einem durch langjährige Monokulturen verarmtem Boden finden Pflanzen nicht die lebensnotwendigen Stoffe und Energien, die sie in gesundem, natürlichem Mutterboden finden. Die Pflanzen wachsen dank synthetischer Düngemittel und unter Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel (Insektizide, Herbizide, Pestizide), aber ihnen fehlen die Kräfte, die die Natur in gesunde Pflanzen hineinlegt. Gleiches passiert mit Menschen, die Milch, Fleisch und Eier von einseitig auf Höchstleistung getrimmtem Tieren zu sich nehmen: die messbaren Inhaltsstoffe sind vielleicht gleich, aber die Lebensmittel sind dennoch leer. Kein Rind würde freiwillig Tierkörpermehl fressen und kein Kalb Milchaustauscher trinken. Schweine fressen lieber Getreideschrot, Kartoffeln und Gras als Eiweißkonzentrat dubioser Herkunft. Gänse und Enten brauchen Zugang zu Wasser, Gras und Getreide. Hühner brauchen Auslauf, Platz zum Scharren und Körnerfutter. Hähnchen können nicht auf natürlichem Wege in 5 Wochen zur Schlachtreife gebracht werden. Puten mögen keinen Klärschlamm als Kükenstarterfutter. Ihr Skelett ist nicht darauf ausgerichtet, 25 kg Fleisch zu tragen. Putenschnitzel können nicht so groß sein wie Schweineschnitzel, es sei denn, das Tier hat in seinem kurzem Leben starke Qualen erduldet. „Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs“ sagt der Prediger Salomo, und: „Das Auge des Herrn mästet das Vieh“. Das heißt, dass man die Tiere beobachtet, ihnen Zeit lässt, natürlich zu wachsen, auf ihr Wohlbefinden achtet und sie bei Schlachtreife schonend und möglichst schmerzlos tötet. Bei Bewegung in Licht, Luft und Sonne haben die Tiere Gelegenheit, feste Fleischmuskeln zu bilden, die nicht mit Wasser vollgepumpt sind, das den Braten in der Pfanne schrumpfen lässt. Schlachtung und Verarbeitung sollten in der Region erfolgen, um die Umwelt zu schonen und nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen. Schweinepest, BSE, Aviäre Influenza (Geflügelgrippe) und neuerdings die Blauzungenkrankheit zeigen, dass unnatürliche Wirtschaftsweisen und Globalisierung zu Krankheiten führen, die wir nicht im Griff haben. Die Natur rächt sich für das, was wir ihr antun. Durch die Selektion auf Höchstleistung sind viele alte, bodenständige Rassen ausgestorben. Zum Glück gibt es wieder einen Reihe von Initiativen wie die Gesellschaft zur Erhaltung alter Haustierrassen in Witzenhausen oder VIEH in der Lüneburger Heide sowie viele kleine Erhaltungszuchtringe oder -verbände, die sich um die letzten Genreserven bemühen. Unser heimisches Glanrind, ursprünglich ein Dreinutzungsrind (Arbeit, Milch, Fleisch) zählte im Jahre 1984 noch 25 Kühe aus Restbeständen von 400.000 Tieren vor dem 2.Weltkrieg. In unserer Gegend wurden die gelben Rinder zunächst durch Rote Dänen, die das Landklima wegen Jodmangels nicht vertrugen, später durch Angler verdrängt, um die Milchleistung zu steigern. Bemerkung am Rande: die Angler selbst sind inzwischen vom Aussterben bedroht, weil sie als Milchrind nicht mit rot- und schwarzbunten Holstein-Friesians mithalten können. Den Rheinischen Glanviehzüchtern wurde 1972 geraten, ihre Glankühe mit rotbunten Bullen zu belegen, was die Zucht zum Erliegen brachte. Heute wissen wir, was verloren ging und versuchen durch Rückkreuzung, die positiven Eigenschaften der Tiere wieder zu nutzen. Kenner wissen die Zartheit und Saftigkeit des Fleisches zu schätzen. Der Züchter erfreut sich an der Leichtkalbigkeit, den guten Muttereigenschaften und der Frohwüchsigkeit der Kälber. Eine heimische Schweinerasse wie das Landschwein existiert überhaupt nicht mehr. Archehöfe halten bei uns Schwäbisch-Hällische Schweine oder Angler Sattelschweine wegen der Fleischqualität, der Robustheit und Stressstabilität. Die Pfalz war traditionell keine Gegend, in der übermäßig viel Geflügel gehalten wurde, trotzdem fühlen sich Bayerische Landgänse und Cröllwitzer Puten hier wohl. Ihre Vorteile sind weniger in der Fleischfülle als in der Fleischqualität zu suchen, in Lege- und Bruteigenschaften, der Krankheitsresistenz und Vitalität. Es gibt wenige unproblematische Geflügelrassen wie die Flugenten, die auf der ganzen Welt anzutreffen sind, sich überall anpassen, Eier legen, brüten, ihre Küken führen und wohlschmeckendes, fettarmes Fleisch liefern. Solche Hühner bräuchte man eigentlich. Zum Schluss ein paar Sätze zur Direktvermarktung. Das Metzgerhandwerk stirbt – wie viele andere Handwerksberufe – langsam, aber sicher aus genau so wie der Bauer, der seinen Acker kennt und mit der dünnen Schicht Mutterboden in der Westpfalz lebt. Gemeint ist der Metzger, der ein Tier anständig töten und ordentlich zerlegen kann, der Rouladen und Steaks von Hand schneiden und Wurst aus Fleisch, Speck und selbst gemischten Gewürzen machen kann. Das kann man nicht beschreiben, das muss man sehen und schmecken können. Schließen wir mit den Worten unseres Altmeisters Goethe: „Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen.“ Vortrag Brandenburgische Akademie „Schloss Criewen" von Katrin Todt Nutztier-Arche Naturschutzschäferei
Ein hochinteressanter Vortrag von unserer Ansprechpartnerin für Beweidungsprojekte. Da der Vortrag als Powerpoint Präsentation erarbeitet wurde und niemand die lange Ladezeit zugemutet werden soll, schauen Sie sich bitte den Vortrag als PDF Datei hier an: Alte Schafrassen in der Biotoppflege Gedanken zum Slow Farming, Erhard Schmitt-Neumann, Nutztier-Arche Weitersbacher Hof Seit einiger
Zeit ist nun unser Slow-Farming Labl geschaffen und geschützt. Es gibt
verschiedene Reaktionen darauf. Ganz besonders lesenswert fanden wir die
Gedanken eines „alten Bauern“ von der Nutztier-Arche Weitersbacher Hof.
Der 82 jährige Bauer Erhard Schmitt-Neumann, hat ein paar Gedanken zum
Slow-Farming verfasst und gleich ein paar Bilder aus guter alter Zeit dazu
gepackt. All das möchten wir Ihnen nicht vorenthalten: Hier ansehen als PDF Datei:
Fragen an Gereon Winzen zur Situation der Klätschertaube (17.05.2008) 1. Herr Winzen geben Sie uns kurz einige Informationen zu Ihrer Person: Ich bin 50 Jahre alt und von Beruf Arzt. Mit Tieren beschäftige ich mich solange ich denken kann. 2. Wie und wann kam es zu Ihrem besonderen Interesse an den Klätschertauben? Vor etwa 20 Jahren habe ich schon einmal Tauben gehalten, die ich jedoch
aus beruflichen Gründen wieder abschaffen musste. Vor 2 Jahren habe ich
meine alte Freude an der Taubenhaltung wiederentdeckt und erneut damit
begonnen. Wichtig war mir, mich um seltene vom Aussterben bedrohte
Haustaubenrassen zu kümmern. Da werden von verschiedener Seite Rassen
angepriesen, die tatsächlich oder angeblich selten geworden sind, bei
genauerem Hinsehen und Befragung der Züchter stellt sich dann leider heraus,
dass die Tiere neu erzüchtet, das heißt dann "wieder erschaffen",
oder durch Einkreuzung und Selektion erheblich verändert wurden. 3. Wie schätzen sie die derzeitige Situation der Klätschertaubenpopulation ein? Meine Recherche hat ergeben, dass in Deutschland und Österreich
derzeit nur Tiere aus der Zucht meines Züchterkollegen aus
Schleswig-Holstein zu finden sind. Andere, ältere Züchter in Bayern
schotten sich ab und zeigen 4. Welche Maßnahmen zum nachhaltigen Schutz der Tier halten Sie für dringend nötig? Die ursprünglicheren Tiere, also die tschechischen Klätscher, sollten
bevorzugt gefördert werden. Eine Vermischung mit bereits veränderten, aus
Deutschland stammenden, modernisierten Tieren, ist aus meiner Sicht nicht
sinnvoll, da eine Modernisierung jeder Zeit durch Einkreuzung von Steller-
oder Steigerkröpfern oder durch gezielte Selektion erreicht werden kann. Die
Urtypen sollten in geeigneten Zoos und Tierparks oder ähnlichen
Einrichtungen, die sich auf die Erhaltungszucht von bedrohten Haustierrassen
spezialisiert haben oder sich zumindest auch damit befassen, gezielt 5. Wohin können sich ernsthaft interessierte Taubenzüchter wenden? Eine Kontaktaufnahme ist über gewinzen@web.de
möglich. Herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen!
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