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Pressemitteilungen von VIEH
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Pressesprecher:

Armin Reinartz
Spelsberg 15
42855 Remscheid
Tel. 02191/2096524
Fax. 02191/2096528

Alle bisherigen Pressemitteilungen:

 

Offene Stellungnahmen und Positionspapiere von VIEH

 

 

Presseerklärung
(VIEH = Vielfältige Initiativen zur Erhaltung von gefährdeten Haustierrassen)

Seit 2004 ist es Internetnutzern möglich, eine Informationsplattform über vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen zu besuchen. Das primäre Anliegen der Betreiber von www.vieh-ev.de ist es, Züchter und interessierte Menschen zusammenzubringen, zu vernetzen, wie es heute heißt. „ Nur wenn Produkte von gefährdeten Nutztierrassen vom Verbraucher nachgefragt werden, so die Betreiber der Plattform, ist eine dauerhafte Rettung der Tierrassen möglich.“

Darum hat sich VIEH zur Aufgabe gemacht, vornehmlich Initiativen zu ergreifen, die den Produktabsatz bedrohter Rassen steigern.

Das Medium Internet soll darum in seiner ganzen Breite genutzt werden, um über die Situation der gefährdeten Nutztierrassen zu informieren, aber auch um die Unterstützung der Züchter in ihrem Bemühen die Produkte der gefährdeten Nutztierrassen an den Mann, oder besser die Hausfrau zu bringen. Es soll nicht nur die Einsicht transportiert werden, dass Haustierrassen aussterben, sondern auch der Handlungsspielraum des Einzelnen wird klar dargestellt. Es muss unbedingt auch, z.B. ein Kotelett vom Wollschwein oder ein Suppenhuhn vom Deutschen Lachshuhn gegessen werden, sonst haben diese Rasse keine Überlebenschance. Die Aussage ist also: Rettet die Thüringer-Waldziege, esst mehr Ziegenfleisch!! Eine Gnadenhofhaltung verdammt die gefährdeten Nutztiere zum Aussterben. Darum ist eine der Initiativen von VIEH die Kampagne : Mit Genuss erhalten! Wobei da nicht nur der Gedanke an ein Kotelett Pate stand, nein, es geht vielmehr auch um den Genuss des Anblickes, den Genuss des Züchters im Umgang mit diesen Tieren und dann erst um die Gaumenfreuden.

VIEH informiert die Züchter der alten Rassen über Neuerungen in der Landwirtschaft, bietet einen Marktplatz für aussterbende Nutztiere aber auch einen Produkte-Shop und verschiedene Datenbanken mit Verzeichnissen der Züchter dieser Rassen im deutschsprachigen Raum. Neueinsteiger in diese Thematik finden umfangreiche Rassebeschreibungen mit Leistungsangaben und vielen Fotos der gefährdeten Rassen. Das umfangreichste Projekt ist die Vernetzung der Züchter, die der Nutztier-Arche beitreten können und somit ihre Zuchtambitionen nach außen dokumentieren. Alles in Allem eine Plattform, auf der jeder interessierte Tierzüchter Informationen findet und Verbraucher durch das Motto der Initiatoren animiert, zur Erhaltung der bedrohten Nutztierrassen beitragen sollen:

Vom Geschmacksverstärker zum Geschmack
Von der Intensivierung zur Extensivierung
Von der Einfalt zur Vielfalt

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Pressemeitteilung Agrarkulturerbe  

Agrarkulturerbe erhalten – VIEH setzt sich für Vielfalt in der

Landwirtschaft ein

Von Elke Striowsky
Biodiversität ist heute ein geläufiger Begriff; er bedeutet, vereinfacht gesagt,
dass es in der Natur eine Vielfalt an Lebewesen gibt, die durch die Evolution
entstanden sind. Seit Charles Darwin wissen wir ziemlich genau, wie Arten sich
entwickeln und entfalten und dass diejenigen Lebewesen die größten Chancen
haben, die sich am besten an Umweltbedingungen anpassen können. Dass der
Mensch diese Bedingungen immer mehr zuungunsten der Natur verändert, ist
eine traurige Tatsache. Und dass man davon betroffene Lebewesen schützen
muss, ist allgemeiner, gesellschaftlicher Konsens. Niemand will wirklich ein
flächendeckendes Artensterben.
Wie aber sieht es mit der Agrobiodiversität aus? Da hapert es dann leider doch
ein bisschen mit dem Verständnis. Allerorten gibt es inzwischen
Museumsvereine, Mühlenvereine, ganze Museumsdörfer werden gebaut. Es ist
wichtig, dass unser Kulturerbe erhalten wird. Aber es gibt nicht nur
Architektonisches zu erhalten; Menschen haben seit Beginn der
Sesshaftwerdung eine unglaubliche Vielfalt (Agrobiodiversität) an Pflanzen und
Tieren gezüchtet, die mindestens ebenso schützens- und erhaltenswert sind wie
gemauerte Zeitzeugen. Doch hier fehlt es an Wissen und Aufklärung. In einer
Zeit, in der von der Agrarindustrie gesprochen wird - wie verräterisch ist schon
das Wort – scheint kein Platz mehr zu sein für Tiere, die nicht auf extrem hohe,
einseitige Leistung gezüchtet sind, die langsam wachsen und deren Fleisch eine
Fettmarmorierung hat. Und es scheint auch kein Platz mehr zu sein für
Nutzpflanzen, die keine immensen Erträge liefern, von denen unsere Vorfahren
nur träumen konnten. Davon, dass tonnenweise Mais in Biogasanlagen gekippt
würde, hat der Bauer von früher sicher auch nicht geträumt.
Um 1900 gab es in Deutschland noch rund 1000 Apfelsorten, heute findet man
in Supermärkten höchstens 10 Sorten, die noch dazu alle durch
Kreuzungszüchtungen miteinander verwandt sind. „Goldparmäne" oder
„Lausitzer Nelkenapfel" – nie gehört, geschweige denn gekostet. Schinken vom
Bunten Bentheimer oder dem Angler Sattelschwein, wer kennt diese
Delikatesse?
Aber es gibt sie noch in Deutschland und im benachbarten, europäischen
Ausland, die Klein-Bauern und Hobbyzüchter, die Enthusiasten, die sich eben
dieses Ziel auf die Fahnen geschrieben haben: Erhalt der Vielfalt an
wundervollen Nutztieren und Pflanzen. Mit dem Slogan „Mit Genuss erhalten"
werben sie für ihre Produkte. Im Jahr 2004 haben sie sich unter der Leitung von
Herwig zum Berge zusammengeschlossen zur VIEH (Vielfältige Initiative zur
Erhaltung von gefährdeten Haustierrassen) und seitdem bundesweit 80
Nutzierarchen gegründet. „Es geht uns um den Erhalt der genetischen Vielfalt",
erklärt zum Berge. Und ergänzt: „Jede Nutztierarche ist zur artgerechten
Haltung und Fütterung ihrer Tiere verpflichtet." Unter Genuss seien in diesem
Zusammenhang nicht nur Gaumenfreuden zu verstehen, sondern auch der
Genuss, den die Menschen beim Betrachten und der Haltung der Tiere erleben
könnten. „Nutztierarchen sind allerdings keine Gnadenhöfe", betont zum Berge.
Wer das Pflänzchen VIEH gießen möchte, müsse also Produkte alter Rassen
kaufen, sonst würden sie unweigerlich und unwiederbringlich aussterben.
Die VIEH präsentiert sich im Internet unter www.vieh-ev.de mit weiteren
interessanten Details. Unter anderem sind dort alle Züchter zu finden, es gibt
eine umfangreiche Rassenliste mit Fotos, einen Shop, ein Forum und vieles
mehr.

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Pressemitteilung vom 12.05.2009

VIEH übergibt 2.457 Unterschriften an NRW-Landwirtschaftsminister
Uhlenberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Viehzucht-Organisation VIEH übergibt NRW-Landwirtschaftminister
Eckhard Uhlenberg eine Liste mit 2.457 Unterschriften (Stand 06.05.2009)
gegen die Auflösung kleiner Schweinehaltungen. Die Unterzeichner fordern
außerdem die Möglichkeit einer Impfung der Tiere gegen die Schweinepest.

Nach dem Auftreten mehrerer Fälle von Wildschweinepest in
Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hatte das
NRW-Landwirtschaftsministerium die Absicht verkündet, kleine
Schweinehaltungen mit weniger als 20 Mastschweinen aufzulösen. Dazu
wurde in den Ende Februar nochmals erweiterten Gefahrenbezirken eine
ausnahmslose Stallpflicht für Schweine angeordnet. Den Haltern kleiner
Bestände wurden Schlachtprämien angeboten, wenn sie zukünftig auf die
Schweinehaltung verzichten.

In einem offenen Brief vom 23. Februar an Minister Uhlenberg hatte VIEH
diese Vorgehensweise kritisiert und auf die schwerwiegenden Folgen für
Regionalvermarkter, Bio-Betriebe und Erhaltungszüchter alter
traditioneller Schweinerassen hingewiesen. Armin Reinartz, der ganz in
der Nähe des Gefahrenbezirks in Remscheid eine von VIEH anerkannte
Nutztier-Arche betreibt, stellt im Interview mit dem WDR Fernsehen fest:
„Wenn die jetzigen Gefahrenbezirke immer weiter ausgeweitet werden, dann
ist eine Erhaltung der alten Rassen in Deutschland praktisch nicht mehr
möglich."

Am Aschermittwoch, den 25. Februar 2009, hatte VIEH deshalb eine
Unterschriftenaktion über das Internet gestartet. Nun wird die Liste der
Unterzeichner an Uhlenberg übergeben. „Die Zeit zwischen Aschermittwoch
und Ostern ist ja traditionell die Fastenzeit, der inneren Einkehr und
Umkehr vorbehalten." kommentiert Herwig zum Berge, Gründer und Leiter
von VIEH. „Im NRW-Landwirtschaftsministerium muss man sich sehr intensiv
mit innerer Einkehr beschäftigt haben, so intensiv, dass man bis heute
nicht die Zeit gefunden hat, unseren offenen Brief zu beantworten. Nicht
einmal eine Eingangsbestätigung hat uns erreicht."

Es gibt allerdings Signale aus dem Ministerium, die auf eine
Bereitschaft zur Umkehr hindeuten: VIEH liegt ein Brief von Minister
Uhlenberg an einen Landtagsabgeordneten vor. Darin heißt es, dass sich
der Minister einer Freilandhaltung auch in den jetzt bestimmten
gefährdeten Bezirken nicht grundsätzlich verschließen will. „Das ist ein
Funken Hoffnung, mehr nicht", stellt Herwig zum Berge fest. „Wir
brauchen eine klare Vorgabe des Ministeriums an die nachgeordneten
Behörden. Die lautet bis jetzt, kleine Schweinehaltungen möglichst
aufzulösen, das muss in aller Klarheit zurückgenommen werden."

An Stelle restriktiver Haltungsauflagen, deren Sinn in Fachkreisen
umstritten ist, fordert VIEH die Zulassung von Impfungen gegen die
Tierseuche. Solche Impfungen werden zur Zeit beim Wildbestand
durchgeführt, bei Hausschweinen sind sie jedoch aus EU-rechtlichen
Gründen verboten. In diesem Punkt müsste zwischen VIEH und dem
NRW-Landwirtschaftsministerium eigentlich Konsens bestehen. Uhlenberg
selbst hatte noch Anfang 2004 zusammen mit dem heutigen
Ministerpräsidenten Rüttgers einen Antrag der CDU-Fraktion im
Düsseldorfer Landtag unterzeichnet, der die Bekämpfung der Schweinepest
mit so genannten „Marker-Impfstoffen forderte (Landtags-Drucksache Nr.
13/4885 vom 14. Januar 2004). „Damals saßen die Herren noch in der
Opposition und sind mit Ihrem Antrag gescheitert. Heute haben sie die
Chance, es besser zu machen, zum Wohle der Tiere, der Halter und der
Konsumenten”, so Zum Berge.

Die Viehzucht-Organisation VIEH setzt sich für den Erhalt alter von
Aussterben bedrohter Nutztier­rassen und eine nachhaltige bäuerliche
Landwirtschaft ein. Ihr gehören in Deutschland und europa­weit zur Zeit
140 so genannte Nutztier-Archen an.



Ansprechpartner:

VIEH:

Herwig zum Berge
Telefon: 05074/92114
Fax: 05074/92114
E-Mail: hzumberge@t-online.de


VIEH regional NRW:

Armin Reinartz
Telefon: 02191/2096524
Fax: 02191/2096528
E-Mail: info@spelsberger-kotten.de

 

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Nutztier-Arche
Spelsberger Kotten
Spelsberg 15
42855 Remscheid

Tel. 0 21 91 / 2 09 65 24
Fax  0 21 91 / 2 09 65 28

E-Mail: info@spelsberger-kotten.de
Web: www.spelsberger-kotten.de

 

 

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