| Das Chaamer Huhn | ![]() |
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Das Rasseportrait Das Chaamer Huhn (Chaams Hoen)
Geschichte Das Chaamer Huhn hat in den letzten Jahrzehnten ein
Schattendasein geführt. Seitens der Stichting Zeldzame Huisdierrassen, die in den Niederlanden die
gleichen Ziele wie in Deutschland die GEH vertritt, wurde die Rasse
zwischenzeitlich als ausgestorben betrachtet. Weil sie viele Jahren lang
nicht mehr auf Ausstellungen zu sehen war, wurde sie auch durch den Geflügelzüchter-Dachverband
NHDB nicht mehr anerkannt. Trotzdem hielten sich hartnäckig Gerüchte, dass
irgendwo noch Tiere gesichtet worden seien und von Zeit zu Zeit wurde ein Rückzuchtexperiment
angekündigt – von dem danach nie mehr etwas zu hören war. Als Ende 2000 endlich gezielt nach Chaamer Hühnern
gesucht wurde, stellte sich heraus, dass in Chaam und der weiteren Umgebung
fast keine rassereinen Tiere mehr zu finden waren. Der Farbenschlag
silber-schwarz geflockt schien wohl noch anzutreffen zu sein, aber
gold-schwarz geflockt war völlig verschwunden. In dem Weiler Grazen bei
Chaam wurde bei einem Rentner, Wout van den Hout, ein durch Inzucht geschwächter
Stamm Chaamer Hühner aufgefunden. Nach Angaben des Eigentümers war dieser
Stamm reinblütig. Die Tiere waren kräftig gebaut, hatten jedoch sehr
groben Kopfschmuck. Die Augen waren meist marmoriert und hell kastanienbraun
bis rot. Die Bänder waren relativ schmal, so dass sich eine gleichmäßige
Bänderung ergab. Viele Tiere hatten auf der Brust eine Hufeisenzeichnung!
Fast alle hatten an den weißen Stellen dunkle Einsprengsel. Diese Tiere
kamen ursprünglich von Jan Schram aus Chaam, der in den Nachkriegsjahren
zusammen mit Jos van Eijk aus Breda das Chaamer Huhn so rasserein wie möglich
gehalten hatte. Das Chaamer Ehepaar Jan und Ien van den Broek waren ebenfalls noch im Besitz eines Stamms Chaamer Hühner. Aber: Vor Jahren hatte man eine Blutauffrischung für nötig erachtet und auf dem Tiermarkt in Mol in Belgien einen Kempischen (oder Brakel-) Hahn angekauft. Das Einkreuzen dieses Hahns war den Nachkommen noch immer anzusehen Die Tiere waren leicht gebaut und durch die viel zu breite Bänderung sehr dunkel gefärbt. Außerdem hatten sie viel zu dunkle Augen mit pigmentierten Augenrändern.
Alle anderen Chaamer Hühnervölker in Chaam und Umgebung stammten, wie sich zeigte, von den vorgenannten Stämmen ab. Daneben gab es noch einige nicht rasserein gezüchtete Stämme verstreut über die ganzen Niederlande. Die bekanntesten davon sind die wichtigen züchterischen Bemühungen von L. G. C. Tanis aus Ouddorp. Dieser Züchter hatte jahrelang auf sich selbst gestellt das Chaamer Huhn gefördert und neben silber gebänderten auch einige gold-gebänderte Tiere. Der Farbenschlag Goldgebändert wurde daher durch Tanis wiederhergestellt. Die Tiere sind aus verschiedenen Rassen erzüchtet, vor allem Friesenhühner aber sogar ein blauer Australorp wurde verwendet. Auch ein Stamm mit eingekreuzten Nord-Holländischen Blauen wurde gefunden. Damit sollte ein kräftigerer Typus kreiert werden. Ein anderer Stamm schien zusammen mit Ostfriesischen Möwen gehalten worden zu sein, da sich die Nachkommen deutlich in diese Richtung entwickelt hatten. Nachdem alle Stämme dokumentiert waren, zeigte sich, dass alle Tiere deutlich kräftiger werden mussten, mit einer tiefen breiten Brust. Auch die vielfach zu dunklen, leicht kastanienbraunen und/oder rötlichen, Augen mussten orange werden. Kamm und Kehllappen durften nicht zu groß sein, was vor allem beim Stamm von Wout van de Hout ein Manko war. Die Bänderung musste gleichmäßig sein, während die Farbe von Schnabel und Beinen intensiv schieferblau bleiben sollte. Von Ad Taks in Zundert wurde ein Zuchtprogramm
entwickelt, das eine gezielte mehrjährige Planung darstellte. In der überwachten
Zucht wurden die geeignetsten Tiere eingesetzt. Die Zuchthähne waren so
reinblütig wie möglich und wurden fortlaufend ausgetauscht, die geschlüpften
Küken mussten eine sehr strenge aber fachkundige Auslese durchlaufen.
Jedesmal blieben nur einzelne Tiere übrig, die qualitativ wesentlich besser
waren und die nächste Generation Zuchttiere bildeten. Die Zuchthähne
wurden bewusst so reinrassig wie möglich gehalten, um die Rasse so
authentisch wie möglich zu bewahren. Neben dem gezielten Zuchtprogramm wurde auf dem Gelände des Umwelt-Ausbildungszentrums Breda jährlich ein Züchtertag organisiert. Die Tiere wurden von anerkannten Zuchtwarten des NHDB kritisch begutachtet und auf Rassequalitäten und Zuchtwert beurteilt. Auf diese Weise sollte es möglich sein, das Chaamer Huhn innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren in guter bis sehr guter Qualität dem NHDB mit den Ziel der Wiederanerkennung vorzuführen. Rassebeschreibung Der Standard spricht von einem kräftigen, knapp
mittelhoch stehenden Landhuhn, mit gestrecktem Körperbau, einer gut
gerundeten, nach vorn gewölbten Brust und einem vollen Hinterleib. Das
Standardgewicht beim Hahn beträgt 2,75 bis 3,25 kg, bei der Henne 2,25 bis
2,75 kg. Das Chaamer Huhn ist also wesentlich kräftiger als das Brakel, während
letztgenanntes einen eher rechteckigen Körperbau zeigt. Der aufrecht
stehende Einfachkamm ist mittelgroß, wobei bei der Henne die hinterste
Spitze leicht überfällt. Die
Augenfarbe beim Chaamer Huhn ist orange, die Augenränder sind blass.
Pigmentierung ist ein ernster Fehler, ebenso zu grober Kopfschmuck. Die Ohrscheiben sind weiß, was zugleich auf das Legen
von weißschaligen Eiern schließen lässt. Schnabel und Beine sind
schieferblau. Der Schwanz wird relativ hoch aber nicht steil aufrecht
getragen und das Gefieder ist geschlossen und anliegend. Das Chaamer Huhn kommt in den Farbenschlägen
silber-schwarz gebändert und gold-schwarz gebändert vor.
Text und Fotos: © Chaamse hoender club (NL)
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