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Das Rasseportrait
Der
Deutsche Feldflüchter
Der deutsche Feldflüchter ist eine eigenständige Rasse, die auf gar
keinen Fall mit der Stadttaube verglichen werden darf.
Sie gibt es nur in 4 Farbenschlägen, in schwarz ( kein lackschwarz ),
blau mit schwarzen Binden blaugehämmert und schieferfarben. Der Schnabel
sollte lang und dünn sein mit einer sehr kleinen Warze, wie bei
der Felsentaube. Die Iris des Auges sollte so hell wie möglich
sein (wie die beim Habicht).
Er bot auf den Gehöften den Tauben Brutmöglichkeit (bekannt sind z.B.
die Taubentürme in Frankreich und über den gesamten Mittelmeerraum bis
nach Arabien) und in Notzeiten (Winter mit hohen Schneelagen) etwas
Futter. Der Mensch nutzte die Tauben als Fleisch-, Eier- und
Federlieferant, ebenso wurde der Taubenkot als erstklassiger Dünger
eingesetzt. Im nördlichen
Verbreitungsgebiet der Felsentaube wurden auf den Höfen den Tauben
"Nistkästen" angeboten, ansonsten sich selbst überlassen. Da in den
seltensten Fällen der Mensch züchterisch eingriff, unterlagen diese
Tauben nur einer natürlichen Selektion durch Habicht, Sperber und
Wanderfalke sowie dem Steinmarder. Diese Tauben behielten im Phänotyp
ebenso im Genotyp, also im Aussehen und Verhalten, die Eigenschaften der
Felsentaube. Diese Tauben wurden, zumal sie ihre Nahrung selbst auf den
Feldern suchten, von den Rassetaubenzüchtern verächtlich "Feldflüchter"
genannt. Die verwandtschaftliche Nähe zur Felsentaube ist so eng, dass
sich die Ornithologen häufig nicht sicher sind, ob es sich bei einer
Taubenpopulation um Felsentauben oder um Feldflüchter handelt. So
handelt es sich wahrscheinlich bei den Felsentauben der Insel Bornholm
um wieder verwilderte Feldflüchter. Bis in den 50er Jahren des letzten
Jahrhunderts waren die Feldflüchter neben den Pfauentauben und den
Klätschern (eine ursprüngliche Kropftaube) eine beliebte und weit
verbreitete Bauerntaube. Mit der Modernisierung der Gehöfte verschwanden
- mangels Nistgelegenheit und Interesse der Landwirte - auch die
Feldflüchter-Tauben. Falls überhaupt noch Tauben gehalten wurden, waren
es Brief- oder andere Rassetauben, wie Farb-, Formen- und
Flugspieltauben. Durch die "Blutauffrischung" entflogener Rassetauben,
veränderten sich die dem Feldflüchter sehr ähnlichen Stadt-Tauben,
zusehends zu einem bunten Rassegemisch. Einige engagierte Züchter, die
den Feldflüchter noch aus der Jugend kannten, bereisten ganz Deutschland
und auch einige östliche Nachbarstaaten um noch in den Besitz typischer
Feldflüchter zu gelangen und um diese
"Ur-Haustaube" zu erhalten und weiterzuzüchten. Auch heute noch bieten
die Feldflüchter ein schmackhaftes Süppchen und einen leckeren Braten.
Man sollte den Slogan "Mit Genuss erhalten" auch auf die Feldflüchter
anwenden und auch durch diese Nutzung diese Rasse erhalten.
Rassebeschreibung: Knut
Riechel
Fotos: Herwig zum Berge
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