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Das Rasseportrait
Rumänischer
Hausbüffel (Karpatenbüffel)

Der Karpatenbüffel gehört zu
der Ordnung: Paarhuferer (Artiodactyla). Der Karpatenbüffel gehört wie
alle Mitglieder der Familie Hornträger (Bovidae) zu den Wiederkäuern (Ruminantia).
Die Unterfamilie der Büffel sind die Rinder (Bovinae). Dann spaltet sich
die Gattung in Asiatische Büffel (Bubalus) und in die Untergattung
Wasserbüffel oder auch Indische Büffel genannt (Bubalus bubalus arnee) auf
Kerr, 1792). Aus dem Indischen Büffel entstand im Laufe der Züchtung der
Hausbüffel (Bubalus bubalus arnee fulvus bubalis). Die Nachkommen dieses
Hausbüffels bildeten zuerst den Schlag der Karpatenbüffel, der heute als
eigenständige Rasse betrachtet werden soll.
Ursprung:
Es ist zu vermuten, dass die seit Jahren isoliert lebende Population des
Hausbüffels im Bereich der Maramureschregion zu einer Rasse, mit an die
Bergregionen angepassten Merkmalen, geworden ist. Über den Zeitraum der
Einwanderung des indischen Hausbüffels in die Karpaten und den Beginn der
eigentlichen Domestikation der Tiere in Indien oder China gibt es
unterschiedliche Auffassungen. Früheste Funde in Salzbergwerken aus der
Antike und Neuzeit, lassen auf Verwendung des Hausbüffels in
Transkarpatien (Solotvina) vor ca 2000-1500 Jahren schließen.
Weitere Theorien besagen, dass mit der Völkerwanderung und durch die
spätere Ausbreitung der
Fremdherrschaft des Osmanischen Reiches bis auf den Balkan und nach
Ungarn, aus dem
Norden mit dem Vordringen der Hunnen und Tataren nach Europa und aus dem
Süden durch
die Sarazenen aus Nordafrika nach Italien, Büffel in den ganzen
südosteuropäischen Raum eingebracht wurden.

Verhalten und Beschreibung des Karpatenbüffels:
Der Kopf der Karpatenbüffel ist breit und massig, die Stirn/Hornplatte
flach und das Gesicht gedrungen. Die Augen sind dunkel, selten glasig.
Die Hörner schwingen sich gestreckt nach hinten und zum Schluss leicht
sichelförmig nach oben. Der Querschnitt der Hörner stellt am Ansatz ein
Drei- oder Viereck dar. Quer sind die Hörner runenförmig geringelt und
geben Auskunft über Alter, Geschlecht und Anzahl der Geburten. Die
Hörner des Stiers sind dick, doch verhältnismäßig dick. Die des Ochsen
sind lang und dünn, die der Kuh etwas dicker und können sehr lang
werden. Die Ohren sind groß, dicht behaart und sitzen relativ weit oben
an. In aufmerksamer Haltung wird der Hals durchgestreckt, das Maul
schaut leicht nach oben und die Ohren werden waagerecht gehalten. Der
Hals ist kurz, Nacken stark und das Jochbein breit. Die Halsseiten sind
stark muskulös und von dichtem, faltigen Unterfell im Winter bedeckt. Am
Jochbein fehlt das Fettpolster und an der Kehlkante ist die Wamme klein
oder zurückgebildet. Der Wiederris ist hoch weich und lang, der Rücken
leicht geschwungen und wie die Lenden sehr breit. Der Schwanz ist weich,
flach und tief ansitzend, kurz und selten an der spitze weiß. Die Hoden
sind klein, die Euter nur schwach entwickelt. Die Beine sind kurz und
gedrungen, die Gelenke fest, dicht behangen, muskulös und ausladend. Die
Fesseln sind kurz und die Klauen extrem fest. Das Unterfell ist schwarz,
selten anthrazitfarben, das Haarkleid bei Jungtieren auch bräunlich. Das
Fell ist dichter und die Haut dicker als die der Rindern. Die Behaarung
ist am Hals dicht und lang nimmt nach hinten ab. Am Schwanzansatz ist
das Fell dann borstig und schütter. Die Jungtiere sind dichter und
regelmäßiger behaart. Die Hörner und Klauen sind schwarz oder
grauschwarz. Ausgewachsen sind die Tiere mit ca. 5 Jahren.
Männliche Karpatenbüffel werden über 800kg schwer, bei
einer Schulterhöhe von 135cm Der Karpatenbüffel ist – besonders, was das
Futter angeht – ein anspruchsloses Tier. Er bevorzugt als Weidegelände
kurzen Magerrasen so wie Äste, Blätter, Früchte, von Bäumen und
Sträuchern. Auch im Winter gibt er sich mit Heufutter aus Sauergräsern
und Maisstängeln zufrieden. Nach einer Trächtigkeit von 311-315 Tagen
bringt die Büffelkuh ihr Junges meist zwischen Mai und Juli zur Welt.
Die Muttertiere säugen die Kälber im allgemeinen 3 bis 4 Monaten, wobei
die Kälber zum Ende mit Maisbrei und verdünnter Milch entwöhnt werden.
In der Herdenhaltung werden die Kälber bis zu einem Alter von 6-7
Monaten gesäugt. Sind die Jungtiere zwei Jahre alt, so können sie für
die Zucht eingesetzt werden. Es wird von 40 jährigen Kühen gesprochen,
die gesunde Kälber zur Welt bringen. Auf Offenflächen bevorzugt der
Karpatenbüffel bei großer Hitze, stehende Gewässer zum stundenlangen
verharren.

Traditionelle Nutzung:
Der Karpatenbüffel wird hauptsächlich wegen seiner Milch gehalten. Das
Fleisch wird genutzt und erzielt hohe Preise. Die Arbeitskraft der Tiere
vor dem Pflug oder dem Wagen rückt in jüngster Zeit in Vergessenheit und
kann heute in der Ukraine nicht mehr beobachtet werden.
Der Karpatenbüffel wird in kleinbäuerlichen Familien gehalten. Selten
besitzt eine Familie mehr als 3 Tiere. In der Ukraine wurde der
Karpatenbüffel bis 1994 u.a. in Kolchosen gehalten und lieferte
Spitzenprodukte bis nach Moskau.
Fotos und Rassebeschreibung: Michel Jacobi /
Initiative zum Erhalt
seltener Haustierrassen in den Karpaten e.V.
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