Das Rätische Grauvieh
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Das Rasseportrait

Das Rätische Grauvieh

Ein Urvorfahre des Grauviehs ist das Torfrind, das bereits in vorchristlicher Zeit im Gebiet der Zentralalpen lebte. Nachfahren dieser Tiere wurden mit grossrahmigen, silbergrauen, aus Italien stammenden Rindern gekreuzt. Durch die verschiedenartigen Zuchtgebiete und die Abgeschiedenheit der Täler entwickelten sich lokale Schläge. So unterschied man zwischen dem kleineren und leichteren Albula-Grauvieh und dem grösseren Oberländer-Schlag. Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts war das Absatzgebiet für diese Tiere sehr gross. Ab 1920 wurde das Grauvieh durch das milchleistungsbetontere Braunvieh verdrängt. Im Tirol blieb das Grauvieh jedoch erhalten.

Aus diesen Beständen konnte ProSpecieRara 1985 einige kleine, dem Albula-Schlag ähnliche Tiere in die Schweiz zurückimportieren. Mit dem leichten Rätischen Grauvieh konnte die Stiftung der Berglandwirtschaft eine Rasse sichern, die an wenig ertragreiche Böden und extreme Lagen optimal angepasst ist.

Das Rätische Grauvieh ist behornt und weist die verschiedensten Grautöne auf: von eisen- über silbergrau und dunkelgrau bis zu graugelb, zum Teil mit stark fuchsigem Stirnschopf.

Das heutige Rätische Grauvieh ist ein kleines, leichtes, robustes und langlebiges Zweinutzungsrind mit einer Widerristhöhe von 116 bis 128 Zentimeter. Das Gewicht variiert bei den Kühen zwischen 350 und 700 Kilogramm.
Das Rätische Grauvieh ist genügsam und anpassungsfähig. Züchter schätzen die gute Futterverwertung. Genutzt werden die Tiere als Mutterkühe für die Kälbermast und für die Milchproduktion. Die Milchleistung beträgt im Durchschnitt 3600 Kilogramm, mit 3,7% Fett und 3,25% Eiweiss pro Standardlaktation.

Das Rätische Grauvieh ist bekannt für sein feinfasriges Fleisch mit optimalem Fett-Fleisch-Verhältnis. Die Tiere bieten selbst in extensiver Haltung gute Gewichtszunahmen und eine hervorragende Schlachtausbeute.

Seit den ersten Importen von Grauvieh hat sich die Rasse im schweizerischen Berggebiet gut etabliert und wird heute von über 390 Züchtern vorwiegend im Kanton Graubünden, aber auch in anderen Landesregionen gehalten.

Bestandesentwicklung: steigend
Nutzung: Milch, Fleisch und Berglandwirtschaft

Fotos: ©Beate Milerski

Quelle: ProSpecieRara

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