Das weiße Bergschaf
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Das Rasseportrait

 Weißes Bergschaf

weißes Bergschaf

Bild: © Karsten Barghorn

Das Weiße Bergschaf wurde aus den Bergschafrassen der Alpenländer gezüchtet. Es ist ein mittelgroßes bis großes, ganzfarbig weißes Landschaf mit unbewolltem, schmalem, ramsnasigem Kopf, der hornlos ist und lange, breite, hängende Ohren trägt.
Die kräftigen Beine haben straffe Fesseln und feste Klauen.
Das Vlies besteht aus einer lang abgewachsenen, leicht gewellten, weißen Schlichtwolle mit seidigem Glanz, die eine Feinheit von 32 bis 36 Mikron hat. Zweimal jährlich Schur.
Die Brunst ist ausgeprägt asaisonal. Erstzulassung ist mit 8 Monaten möglich.

In ältester Zeit wurde wohl im gesamten bayerischen Raum nur das mischwollige Zaupelschaf gehalten, das auch im bayerischen Teil der Alpen vorherrschend war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich die Bezeichnung Steinschaf für das kleine Hochgebirgsschaf durch (Kaspar, 1928). Bereits um die Wende des 17. zum 18. Jahrhundert wurden die aus Italien eingeführten großen Bergamaskerschafe erstmalig im bayerischen Gebirge eingesetzt (Graf Deym, 1950).

Die beiden Rassen Steinschaf und Bergamaskerschaf bildeten die Ausgangsrassen für alle heutigen Bergschafrassen. Das Steinschaf wurde als kleines, überwiegend gehörntes, drahtiges, fast zierliches Hochgebirgsschaf mit sehr dünnen, aber stahlharten Beinen und Klauen, einem kleinen Kopf mit geradem Profil und spitzen Ohren, lebhaftem Temperament und sehr langer weißer, zum Teil auch brauner und schwarzer Mischwolle von DE - Feinheit beschrieben (Diener, 1973, Mason, 1967).

Das Bergamaskerschaf ist in Bergamo, Como und der Lombardei heimisch. Es war im vorigen Jahrhundert die größte aller europäischer Schafrassen. Die Tiere haben eine kräftige Konstitution und einen großen Körper, eine starke Ramsung der Nase, große, schlaff herabhängende Ohren, hohe und kräftige Beine sowie eine grobe, weiße Mischwolle mit langen Grannenhaaren (Bohm, 1877). May schlug 1866 vor, die Einkreuzung von Bergamaskerböcken in das bayerische Gebirgsschaf zu erproben, vorausgesetzt, dass reichlich Almweide und Winterfutter vorhanden ist.

In geringem Umfang hat auch noch das Paduanerschaf die Bergschafrassen und zwar vor allem das Kärntnerschaf beeinflusst. Es stammt aus dem östlichen Teil Oberitaliens und ist dem Bergamasker ähnlich, mit einer etwas gedrungeneren Gestalt und feinerer sowie dichterer Wolle (Golf, 1939). Typisch für das Paduanerschaf waren die Brillenzeichnung und die schwarzen Ohrenspitzen, die bei einem Teil der Tiere vorkamen (Sohner, 1929).

Zu Beginn des Jahrhunderts waren in Bayern vier verschiedene Bergschafrassen, nämlich das Steinschaf, das Goggel- oder Zackelschaf, das Kärntnerschaf und das Bergamaskerschaf, bekannt (Diener, 1973). Hierbei wurden unter der Bezeichnung Goggel- oder Zackelschaf alle Kreuzungen von Stein- und Bergamaskerschafen aufgeführt, die nicht eindeutig einer dieser beider Rassen zuzuordnen waren. Kasper (1928) beschrieb in seiner Studie über die Schafzucht im Chiemgau, dass das Kärntnerschaf im Bezirk Laufen und das Steinschaf in den Bezirken Berchtesgaden, Traunstein und im südöstlichen Teil Rosenheims gezüchtet wird.

                                          weisses Bergschaf

                                                                                Bild:© Peter Schmidt

Miller schildert 1932 und 1937 die Schafzucht im oberbayerischen Alpengebiet folgendermaßen:

"Die züchterischen Verhältnisse sind im nördlichen Alpengebiet Oberbayerns ziemlich verworren. Die Haltung der Schafe liegt fast nur in den Händen kleinbäuerlicher Betriebe. Der Schafbestand der einzelnen Besitzer umfasst meist nur 3 - 10 Stück, selten geht er bis 20 Stück. Mir wurde nur ein Besitzer in Partenkirchen bekannt, der 30 Schafe sein eigen nennt.

Mit nachahmenswertem Beispiel ist das Werdenfelser Land vorangegangen. Bereits im Jahre 1923 wurde dort ein Bergschafzuchtverein gegründet, der heute über 40 Mitglieder zählt. Schon in demselben Jahr konnte der Verein eine wohlgelungene Bergschafschau, zu der 95 Schafe kamen, veranstalten. Im Jahre 1931 veranstaltete der Verein seine 2. Schafschau, zu der 26 Steinschafe, 27 Goggelschafe, 15 Bergamaskerschafe und 25 Kreuzungstiere gebracht wurden. Das im Anschluss an die Schau einsetzende lebhafte Verkaufsgeschäft bewies das rege Interesse für die Schafzucht.

Schur und Lammung findet im Werdenfelserland zweimal statt. Die Gewichtszunahmen erreichen auf der Alp bei Jährlingsschafen bis zu 30 Pfund. Das Hauptweidegebiet für Partenkirchen ist ab 20. April das Gebiet des Wank (ca. 1800 m). Vom 10. - 15. Juni erfolgt der Auftrieb in das Gebiet des Wetterstein." 1937 ergänzt Miller, dass als Hauptsömmerungsgebiet folgende Almen zur Verfügung stehen: Das hintere Raintal, das heuer mit 712 Schafen beschickt war, das Frauenälple bei der Meilerhütte an der Dreitorspitze mit heuer 108 Stück, das obere Raintal, den großen und kleinen Hundstall, die heuer mit 88 Stück beschickt waren. Auf dem Frauenälple waren insbesondere die schwereren Bergschafrassen, Goggel-, Zackel- und Bergamaskerschafe untergebracht, während im hinteren Raintal sowie im Hundstall vor allem Steinschafe die letzten Weidemöglichkeiten noch ausnützen.

Die im hinteren Raintal gelegene Almhütte, die dem Schäfer Unterkunft bietet, war durch Lawinen und Steinschlag stark gefährdet. Sie wurde mit wesentlicher finanzieller Unterstützung des Landesverbandes Bayerischer Schafzüchter im Laufe des Sommers auf einem Lawinen und Steinschlag sicheren Platz neu erbaut. Der Schäfer hat auf den Weidegebieten der Schafhirtschaft Partenkirchen einen außerordentlichen anstrengenden Dienst, da die einzelnen Weiden sehr weit auseinander liegen und er zur Kontrolle der Tiere, zum Salzen und Nachschauen jeden 2. Tag die einzelnen Almen besuchen muss. Die genannten Alpen liegen bis 2620 m hoch und sind teilweise durch Bergsturz, Staub- und Schneelawinen stark in Mitleidenschaft gezogen. Schneefluchtmöglichkeit ist nirgends gegeben. Die Tiere stehen oft 3 - 4 Tage und länger im Neuschnee, ohne andere Nahrung als Latschen. Beifutter wird nie gegeben. Schädigungen des Forstes sind fast nirgends möglich, da die Alpen größtenteils über der Baumgrenze liegen. Der Abtrieb erfolgt je nach der Wetterlage zwischen dem 10. und 18. September. Unmittelbar nach dem Almabtrieb findet in Partenkirchen jeweils die Schafscheide statt, wobei die einzelnen Besitzer die von ihnen entsprechend gekennzeichneten Tiere wieder in Empfang nehmen.

Das Hauptweidegebiet für Garmisch ist der Griesberg (1700 m) und der Kramer (1998 m). Beide Almen sind Berechtigungsalmen, die von ca. 200 Mitgliedern ausgenützt werden können. Während der Inflation wurden dort noch ca. 1600 Schafe aufgetrieben. 1937 wurden über 600 Schafe aufgetrieben. Die Schafe können bis 2000 m aufsteigen. Garmisch züchtet vorwiegend Bergamaskerschafe, da die Höhenlage und das bessere Futter den schweren Schlag zulässt. Die Schafhalter von Obergrainau, Hammersbach und Eibsee sömmern ihre Schafe im Höllental und am Waxenstein.



Eine ausgedehnte Schafalmgelegenheit von besonderer Geeignetheit steht der Schafhirtschaft Oberammergau in der Laberalm zur Verfügung. Die Alm ist jeweils sehr gut beschickt. Erfreulicherweise können bei der Größe der Alm auch Schafe der näheren und weiteren Umgebung dort untergebracht werden. Weitere Almen, bei denen noch eine erhebliche Anzahl von Schafen aufgetrieben wird, sind: "Moosenalm im Isarwinkel bei Hinterriß, die Lerchkogel- und Roßsteinalm in der selben Gegend, die Staffel- und Habersbergalm in der Jachenau, im Miesbachergebiet die Schwarzenberg- und Wildalpjochalm und die Lachalpe, die Karwendelspitze bei Mittenwald, im Wendelsteingebiet die Antritter-, Asten-, Lechner- und Brumoosalm, und im Berchtesgadener Land die Grindelbergalp, der Fernsebnerberg, die Steinbachalpe, die Reiteralpe, der Gsennberg und der tote Mann."

Auch damals schwelte der Konflikt zwischen Schafen, Forst und der Jagd. Dr. Diener (1939) schreibt: "Freilich steht in vielen Fällen der fast geschlossene Widerstand der Forst- und Jagdkreise einer weiteren Schafvermehrung im Gebirge entgegen. Die immer wieder gebrachten Einwendungen, dass Schafe das Hochwild vertreiben, die Grasnarbe abtreten und dadurch zur Verkarstung beitragen, sind schon so oft widerlegt worden, dass ich es für überflüssig halte, in diesem Rahmen wieder darauf einzugehen."

Wolf (1937) beschreibt die Schafälpung auf dem Hintereinödsberg, der einzigen Schafalpe im Allgäu:

Bekanntlich gründet sich der Aufbau der Schafzucht im Oberallgäu auf 200 aus Österreich eingeführte Bergamaskerschafe, die an viele Bauern der Bezirke des Oberallgäus verkauft wurden. Diese Einfuhr fand statt im Mai 1935.

Am 12. Juni 1937 wurden die Schafe nach Birgsau bei Oberstdorf getrieben und von da aus auf die Alpe Hintereinödsberg. Diese Alpe, am Fuße der Trettach gelegen, 183 ha groß, wurde von der 1936 gegründeten Interessengemeinschaft Oberallgäuer Bergschafzüchter gepachtet, um den Mitgliedern eine billige Sommerungsgelegenheit für die Schafe zu beschaffen. Auf der Alpe befinden sich heuer ca. 430 Bergschafe. Die Schafe können bis auf 2240 Meter ü. d. M. weiden.

Bild:© Peter Schmidt

Dr. Diener erstellte 1939 folgendes einheitliches Zuchtziel für alle Bergschafschläge im Ostalpenraum:

ZUCHTZIEL DES DEUTSCHEN BERGSCHAFES

Das Deutsche Bergschaf ist ein schlichthaariges, fruchtbares, widerstandsfähiges und genügsames Schaf, das in der Lage ist, Almflächen bis zur Baumgrenze zu nutzen und trotz der hohen Niederschläge bei zweimaliger Lammung im Jahre eine gute Woll- und Fleischleistung zu erzielen.

Kopf: Stark geramst, schmal, bei beiden Geschlechtern ungehörnt, Stirn möglichst bewollt. Kleine Pigmenteinlagerungen (Tränenfleck, Ohr) noch gestattet. Augen groß und offen. Bei älteren Böcken Faltenbildung charakteristisch 
Ohr: Langes, breites, fleischiges Hängeohr, das eine Länge von 50 - 70 % der Kopflänge erreicht und im letzten Drittel vor der Spitze am breitesten ist. 
Hals: Mittellang, mäßig breit aufgesetzt, gut bemuskelt.  
Vorhand: Vorgeschobene, breite Brust, schräge Schulter, jedoch gut geschlossen, kräftiger, nicht überhöhter Widerrist. 
Rumpf: Geschlossen lang, mit guter Rippenwölbung, gerader, breiter Rückenlinie und geschlossener Nierenpartie.  
Hinterhand: Breit entwickelte Beckenpartie, kräftige Beine mit straffer Fesselung und harten Klauen.  
Haut: Rosarot, kräftig.  
Geschlechtsmerkmale: Ausgeprägt, Hodensack gut entwickelt, meist unbewollt, gute Euteranlage. 
Wolle: Schlichthaar, C - DE-Feinheit mit mildem, seidigem Glanze, dichtem Unterhaar bis 10 cm Länge, Überhaare 20 - 25 cm Länge bei Halbschur. Fehlerhaft sind lockere Vliese, Zwirn- und Filzbildung, Nestanlage, tote Haare, nackter Bauch. Schwarze und melierte Wolle ist gestattet, sofern sie den erwähnten Anforderungen entspricht.  
Wolleistung: Bei Böcken 4 - 5 kg, bei Mutterschafen 3 - 4 kg Schweißwolle bei zweimaliger Schur, vor dem Almauftrieb bzw. nach dem Almabtrieb. Rendement 60 - 70 %. 
Fruchtbarkeit: Zweimalige Lammung im Jahr mit häufigen Zwillingen.  
Lebendgewicht: Mutterschafe 60 - 70 kg, Böcke 80 - 100 kg und darüber. 

Bereits vor dem Krieg fanden jährlich Berschafschauen statt. Die größte Tierzahl wurde 1940 mit 1029 aufgetriebenen Bergschafen an folgenden Orten bewertet (Diener, 1940): Garmisch, Teisendorf, Siegsdorf, Lenggries, Weissach am Tegernsee und Immenstadt.

Weitere 341 Bergschafe wurden 1940 an 10 verschiedenen Orten im Bayerischen und Böhmerwald aufgetrieben (Ruhmannsfelden, Fürholz, Zuderschlag, Rhon, Nitzau, Stadeln, Seewiesen, Depoldowitz, Eschlkam, Lam). Dr. Meinzolt (1940) schreibt über die Zuchtarbeit: "Als Rasse kommt für die ganzen Waldgebiete nur das deutsche Bergschaf im Typ des Bergamakers in Frage, nachdem die eingeführten Lämmer zeigten, dass sie dort die notwendigen Entwicklungsmöglichkeiten finden."

Ebenfalls im Jahr 1940 wurde die erste Bergschaf-Bockversteigerung in der Hochlandhalle in Weilheim abgehalten. 24 Böcke wurden der Körkommission vorgestellt, in der die Züchter vertreten waren durch Christian Schleich, Kirchstockach und Martin Elsaß, Werdenstein. 21 Böcke wurden gekört. Der Spitzenbock aus der Zucht Paul Grasegger aus Garmisch wurde vom Gut Wallenburg bei Miesbach gesteigert. 2 Böcke gingen nach Österreich und der Rest wanderte in oberbayerische Zuchtbetriebe (Diener, 1940).


In seinem Rechenschaftsbericht von 1952 beschreibt Diener die Anfänge der Bergschafzucht in Bayern:

"1938 wurde mit der Herdbuchführung und mit Leistungsprüfungen bei Bergschafen begonnen. Zu Ende des Jahres 1941 waren nachstehende sechs Betriebe züchterisch erfasst: Strafgefängnis Bernau, Gutsverwaltung Wallenburg, Paul Grasegger und Blasius Glatz, Garmisch, Martin Elsaß, Werdenstein und Kollmann, Weitenau.

Die starken Einberufungen des Landesverbandspersonals ließen die züchterischen Arbeiten vom Jahre 1942 ab einschlafen, die erst vom Jahre 1948 ab wieder neu aufgenommen wurden. Seit dieser Zeit werden nachstehende Zuchtstätten des Deutschen Bergschafes - die sich auf 2 Guts- und 5 bäuerliche Kleinschäfereien verteilen - wieder züchterisch bearbeitet und leistungsmäßig geprüft (Stand 31.12.1951)":

1. Strafgefangenenanstalt Bernau, Krs. Rosenheim (1Bock, 63 Schafe)
2. Michael Bernauer, Haslach, Krs. Traunstein (15 Schafe)
3. Josef Gehmacher, Hausen, Krs. Traunstein (1 Bock, 15 Schafe)
4. Blasius Glatz, Garmisch (2 Böcke, 16 Schafe)
5. Paul Grasegger, Garmisch (3 Böcke, 16 Schafe)
6. Clement Mangold, Wengen, Krs. Garmisch (1 Bock, 18 Schafe)
7. Gutsverwaltung Wallenburg, Krs. Miesbach (2 Böcke, 62 Schafe)



Die Gewichte der Altböcke lagen im Schnitt von 1948 - 1951 bei 4,9 kg Wolle und 72 kg Lebendgewicht und der Mutterschafe bei 3,3 kg Wolle und 58 kg Lebendgewicht.

In den 70er Jahren gründeten sich in allen Gebirgslandkreisen gut organisierte Schafhaltervereinigungen. In Garmisch, Mittenwald, am Schliersee und in Hinterstaufen werden jährlich Prämierungen mit ausschließlicher bzw. überwiegender Beteiligung von Bergschafrassen abgehalten. In den anderen Gebirgslandkreisen findet überwiegend alle zwei Jahre eine Prämierung statt.

Zeitweise wurden in den 70-er Jahren drei jährliche Bergschafkörungen in Garmisch, Miesbach und Traunstein veranstaltet, seit 1987 gibt es einen zentralen Frühjahrsmarkt in Miesbach und einen Herbstmarkt in Weilheim. Mit großem Erfolg wurde 1990 bei der Körung anschließend an die Wollbeurteilung die Schur eingeführt, um eine objektivere Bewertung der Äußeren Erscheinung und Bemuskelung zu erreichen.

Unsere Bergschafe sind über Jahrhunderte gezüchtet worden, um unter schwierigen Haltungs- und Witterungsbedingungen Menschen mit Fleisch und Wolle zu versorgen. Die Leistungen des Bergschafes sind genauso wie seine Fruchtbarkeit, Robustheit und Langlebigkeit wesentliche Eigenschaften, die auch unseren nachfolgenden Generationen erhalten bleiben müssen.


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Verbreitung der Rasse

Die Bergschafrassen sind in allen Gebirgsgegenden mit mehr als 900 mm Jahresniederschlag die dominierende Rasse. Ihr Hauptverbreitungsgebiet sind die gebirgigen Teile der Landkreise Oberbayerns und Schwabens von Berchtesgaden bis Lindau. Der Bergschafbestand betrug im Dezember 1937 rund 35 000 Stück (davon im Bezirk Traunstein 7310, Berchtesgaden 1736, Laufen 7848, Rosenheim 5775, Aibling 2637, Miesbach 2978, Tölz 1964, Schongau 77, Garmisch 2629, Markt Oberdorf 302, Füssen 562, Kempten 405, Sonthofen 792 und Lindau 553), im Dezember 1972 rund 14 500 Stück (davon 14 000 in Oberbayern und 500 in Schwaben) und wird heute auf rund 25 000 Mutterschafe geschätzt. Hiervon dürfte ein Drittel der Rasse Weißes Bergschaf, ein Drittel den anderen Bergschafrassen und ein weiteres Drittel Kreuzungstieren zugeordnet werden können.

Das Weiße Bergschaf ist in Bayern seit 1938 als eigenständige Rasse anerkannt. Die Bestandsentwicklung der Zuchttiere ist in der Tabelle 2 dargestellt.

 

Bild:© Peter Schmidt

Tabelle 2: Bestandsentwicklung
Jahr Zuchtbetriebe Zuchtböcke Zuchtschafe
1980 45  47  825 
1990 46  53  918 
1995 47  70  1002 
2000 41  47  898 
2004 43  62  1061 

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Leistungen

Die Entwicklung der wichtigsten Fruchtbarkeits- und Gewichtsmerkmale sind in Tabelle 3 zusammengefasst. Zur Zeit läuft ein umfangreicher Versuch mit allen einheimischen Landschafrassen zur Mast- und Schlachtleistung sowie Fleischqualität am Insitut für Tierzucht Grub der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.


Tabelle 3: Leistungsentwicklung
Jahr Ablamm-
ergebnis/Jahr
Aufzucht-
ergebnis/Jahr
Zweimalige
Lammung
105-Tage-
Gewicht
1980 180,3  161,5  19,0 
1990 222,5  205,0  40,6  32,4 
1995 209,0  196,6  35,9   34,4 
2000
196,3  176,1  27,5  33,4 
2004 194,2  177,9  30,8  33,8 

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Staatliche Förderung

Der Bayerische Staat fördert Maßnahmen zur Erhaltung gefährdeter einheimischer landwirtschaftlicher Nutztierrassen. Die hohen Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit der Nutztierhaltung führen zu einem Rückgang der Zahl der Tierrassen. Aus tierzüchterischen und landeskulturellen Gründen ist es daher notwendig, die heute in Bayern noch vorhandenen heimischen landwirtschaftlichen Nutztierrassen zu bewahren. Mit der Gewährung von Prämien soll eine ausreichende Zuchtbasis erhalten bzw. wieder neu aufgebaut werden.

Förderfähig sind die Schafrassen Rhönschaf, Coburger Fuchsschaf, Weißes Bergschaf, Braunes Bergschaf, Waldschaf, Steinschaf (Alpines und Krainer Steinschaf) und Brillenschaf. Antragsberechtigt sind Inhaber schafhaltender Betriebe, die den Charakter eines landwirtschaftlichen Betriebes besitzen und Mitglied bei der für die Schafzucht anerkannten Züchtervereinigung sind. Die Maßnahme muss für mindestens 5 Jahre durchgeführt werden.

Die Prämie ist bei der Rasse Weißes Bergschaf auf 15,00 Euro für jedes im Zuchtbuch eingetragene Mutterschaf und Vatertier festgesetzt, höchstens jedoch 2.000,00 Euro je Betrieb und Jahr.

 

Rassebeschreibung: Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

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Weiterführende Literatur
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Gefährdete Nutztierrassen
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Seltene Haus- und Nutztierrassen
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Schafe halten
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