Rauhwolliges
Pommersches
Landschaf
-Rasse
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Das Rasseportrait

Rauhwolliges Pommersches Landschaf


©Norbert Gloor

Ein 3.600 Jahre alter, vor der Ostseeinsel Rügen gefundener, mit einer Bootsbaustelle untergegangener Handschuh erbrachte den Beweis: Die Vliese der heutigen Rauhwolligen Pommerschen Landschafe gleichen denen ihrer Vorfahren aus der Frühzeit im wahrsten Sinne des Wortes bis aufs Haar. Textilforscher nahmen zunächst an, man habe seinerzeit Hirschhaare in die Wollfasern eingearbeitet. Doch dem Zuchtverband gelang es durch Wollproben und Vergleiche mit jenem Handschuh nachzuweisen, dass die damaligen Schafe in Pommern, genau wie ihre heutigen Nachfahren, Kurzhaare in ihrer Wolle besaßen. Die dadurch entstehenden hautaktiven Luftzwischenräume innerhalb des Vlieses regulieren ganz nach dem Befinden des Tieres die Wärmewirkung. Die Rauhwolligen Pommerschen Landschafe trotzten allen Witterungsunbilden Regen, Nässe und kaltem Wind. Ihre Wolle eignete sich für witterungsfeste Pullover besonders gut. Als jedoch Schafe nur nach Wollfeinheit und Fleischfülle beurteilt wurden, gerieten die Rauhwoller ins Abseits.

Doch was jahrtausendelang ihr Überleben unter harten Umweltbedingungen sicherte und von den Menschen geschätzt war, blieb nur noch bei den Landsleuten, insbesondere den Frauen, die beim Stricken an die Besonderheiten dieser Wolle gewöhnt waren, geschätzt.

Um die Mitte unseres Jahrhunderts gab es noch Zigtausende Rauhwoller . Doch dann setzte bald der verhängnisvolle Trend nach Vereinheitlichung ein, dem schon so viele Tierrassen und auch Pflanzenarten und sorten zum Opfer gefallen sind. Auch das Rauhwollige Pommersche Landschaf verschwand fast vollständig von der Bildfläche. Eine Zählung hatte es ans Licht gebracht: ganze 46 Muttern, acht Jährlinge und sieben Böcke gab es noch. Nicht zuletzt dank des hartnäckigen Engagements heimatvertriebener Pommern, die sich in Westdeutschland angesiedelt hatten, setzte die UNO diese alte Landschafrasse auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen.


©Ulrich Becker-Schöttke

7 Böcke, die abwechselnd in Linienrotations-Kreuzung ein-gesetzt wurden, begründeten den Aufbau einer neuen Zucht. Heute gibt es einige Anhänger, die die Vorzüge dieser Rasse wiederentdeckt haben und somit versuchen, ihren Fortbestand zu sichern. Besondere Wertschätzung genießen die Pommern bei Haltern mit kleineren Beständen; hier steht weniger der Geschäftssinn, mehr der kulinarische Genuss des wildbrettartigen Fleisches im Vordergrund. Die Nutzbarkeit der besonders hochwertigen grauen bis blaugrauen Wolle gibt dieser Rasse zusätzlich Auftrieb. Geradezu sprichwörtlich ist ihre Robustheit und Genügsamkeit, ohne die eine ausreichende Entwicklung, bei ganzjähriger Freilandhaltung und ohne Einsatz von Kraftfuttermitteln, wohl nicht zu erreiche währe. Ausgestattet mit diesen Argumenten, ist es sicher nur eine Frage der Zeit, bis man dieses Landschaf zu den gesicherten Kulturgütern unserer Landwirtschaft zurechnen und von der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen streichen darf.

Beschreibung (Gaede1926)
Der Kopf ist keilförmig, verjüngt sich nach vorn, ist selten grob und zeigt selbst beim Bock eine edle Form. Die Rasse neigt zur Ramskopfbildung. Dies wird gern gesehen, da man der Ansicht ist, dass derartige Vatertiere eine gute Vererbungskraft besitzen. Die Farbe des Kopfes soll durchweg dunkel sein. Oft zeigt sich am Maul eine hellere Tönung der Haare, die nicht als fehlerhaft angesehen wird. Der Kopf muss bis zu den Ohren wollfrei bleiben und soll hornlos sein. Die Ohren sind im allgemeinen grob und straff. Hervorgehoben wird die geringe Anfälligkeit gegenüber Lungenwürmern. Auch Herzerkrankungen konnte man nicht beobachten. Selbst in nassen Jahren leiden diese edlen Tiere recht selten.

Rassebeschreibung: Norbert Gloor     Gräsenweg 1     27318 Hoyerhagen    Tel.: 04251 - 6418
Webseite: www.rauhwoller.de

Weiterführende Literatur
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Gefährdete Nutztierrassen
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Seltene Haus- und Nutztierrassen
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