| Schoonebeeker Heideschaf -Rasse beschreibung |
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Das Rasseportrait Das Schoonebeeker Heideschaf (Schoonebeeker Heideschaap)
Geschichte In der niederländischen Provinz Drente ist neben
dem Drenter Heideschaf alten Typs auch das Schoonebeeker Heideschaf
verbreitet. Die Rasse ist nach den Ort Schoonebeek im Südosten von
Drente benannt. Sehr wahrscheinlich ist der Schoonebeeker in diesem
Moorgebiet aus dem Bentheimer Landschaf entstanden, das unmittelbar
jenseits der Grenze in Deutschland auf den Heideflächen gehalten wurde. In wie weit das Drenter Heideschaf bei der
Entstehung des Schoonebeekers eine Rolle gespielt hat, ist bis heute
unklar. Sicher ist, dass das Drenter Heideschaf eine
Entstehungsgeschichte hat, die weiter zurückreicht, als die des
Schoonebeekers. Die wirtschaftliche Bedeutung des Schoonebeekers für die Schafzucht in Drente entstand, als der Kunstdünger aufkam. Die nährstoffarmen Flächen wurden fruchtbarer und das genügsame Drenter Heideschaf musste dem größeren und etwas stärker bemuskelten Schoonebeeker Heideschaf weichen. Die Blütezeit dauerte aber nur kurz, denn schon bald wurde der Schoonebeeker durch modernere Rassen verdrängt. Die Folge dieser Entwicklung ist im Drenter Heideschaf neuer Zuchtrichtung – einem durch Einkreuzung des Schoonebeekers verbesserten Typ – erkennbar, welches leistungsfähiger ist als der alte Typ.
Das Aussterben der Drenter Rassen schien schon nach
dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr aufzuhalten. zu sein. Zuletzt wachte
nur in Westenbork ein Schäfer namens Noordhuis noch über eine kleine
Herde Schoonebeeker. Wenn Noordhuis an dieser Gruppe Tiere nicht so
unbeirrt festgehalten hätte, wäre das Schoonebeeker Schaf gänzlich
verschwunden. Im Jahre 1977/78 machte W. van Helden von der
damals neu gegründeten „Stichting
Zeldzame Huisdierrassen” (SZH), die in den Niederlanden die
gleichen Ziele verfolgt, wie in Deutschland die GEH, auch eine
Bestandsaufnahme des Schoonebeekers. Er traf zumeist Kreuzungstiere an,
sowohl bei Hobbyhaltern als auch in den Herden. Seit 1985 besteht der Züchterverband „Nederlandse
Fokkersvereniging het Drentse Heideschaap“. Sein vorrangiges
Ziel ist die Förderung der Zucht des Drenter Heideschafs alten Typs.
Von Anfang an wurde aber versucht, auch den Schoonebeeker
„mitzunehmen“. Verschiedene Mitglieder hatten einige Exemplare
dieser inzwischen sehr seltenen Rasse erworben. Ende der achtziger Jahre
des vorigen Jahrhunderts wurde der Schoonebeeker den Zielen des Verbands
formell als zweite Rasse hinzugefügt. Im Jahre 1991 wurden die ersten
Tiere registriert. Schon seit seiner Gründung ist es das Ziel des Züchterverbands,
die Diversität der Rassemerkmale beider Rassen zu erhalten, indem so
viele geeignete Tiere wie möglich zur Zucht zugelassen werden. Bei den
Körungen werden daher keine Prämierungen vorgenommen, weil sonst das
Risiko besteht, dass nur mit den prämierten Tieren und deren Nachkommen
weitergezüchtet wird. Damit wäre das Risiko von Inzucht und des
Verlusts von rassetypischen Farbschattierungen verbunden. Die Eigentümer von Schafherden in der Provinz
Drente, zumeist gemeinnützige oder halböffentliche Einrichtungen, übten
sich anfangs in interessierter Zurückhaltung. Sie hatten genug zu tun
mit der Rettung der Heide und dem Aufbau von Fonds für die Unterhaltung
der Herden. Inzwischen arbeiten die großen Herdenhaltungen im Züchterverband
mit. Sie setzen registrierte Bücke ein und lassen ihre Mutterschafe
ebenfalls durch Zuchtwarte beurteilen. Das hat die Anzahl registrierter
Tiere erheblich gesteigert. In der Deckzeit werden in den Herden immer
mehrere Böcke gleichzeitig zugelassen. Das Aufteilen der Herden und das
individuelle Belegen ist zu arbeitsintensiv und daher zu teuer. Außerdem
stellen die Herden auch eine touristische Attraktion dar und eine
Aufteilung der Herden in der Deckzeit ist nicht erwünscht. Der Einsatz
mehrerer Böcke in den großen Herden hat darüber hinaus den erwünschten
Nebeneffekt, dass die natürliche Auslese im ursprünglichen Lebensraum
zur Erhaltung und Verstärkung der Rassemerkmale beiträgt.
Heutige Funktion des Schoonebeekers Der Schoonebeeker muss als eine Rasse betrachtet
werden, die zu Zeiten der Umformung karger Heideflächen in fruchtbares
Weideland entstanden ist. Auf extrem kargen Weiden kann die Rasse sich
nur schwer behaupten, hier ist das Drenter Heideschaf (alten Typs)
geeigneter. Auf nährstoffreichen Weiden andererseits zeigt die Rasse
eine nur geringe Produktivität und die Haltung moderner Fleischrassen
ist rentabler. In Heidegebieten mit Magerwiesen und Baumbestand
ist der Schoonebeeker jedoch sehr gut geeignet. Beim Landschaftsschutz
ist der Schoonebeeker wegen seiner höheren Leistungsfähigkeit im
Vergleich zum Drenter Heideschaf die wirtschaftlichere Alternative. Die
Zucht auf guten Weiden ist auch für Hobbyhalter problemlos möglich. Ende 2005 gab es ca. 1.900 registrierte erwachsene
Schoonebeeker, davon rd. 1.400 mit Zulassung zum Herdbuch.
Rassebeschreibung Der Schoonebeeker ist das größte Heideschaf in
den Niederlanden. Kennzeichnend sind die Hochbeinigkeit und der
gestreckte Rumpf. Die Beine sind schlank und trocken, auch um die
Gelenke (sehnig). Die Rückenlinie ist lang und gerade. Beide
Geschlechter sind unbehornt und zeigen eine sog. „Römische
Nase“. Der Kopf ist lang und schmal mit einem relativ breiten
Maul. Die Ohren sind groß und hoch am Kopf platzier, sie stehen zur
Seite und sind nach vorn gerichtet. Die Kopf- und Beinbehaarung ist kurz und glänzend.
Der Schwanz ist bewollt und reicht bis unter die Verse. Der Hals ist
lang und der Kopf wird hoch getragen. Das Schoonebeeker stellt wenige Anforderungen an
seine Umgebung. Es ist ein naturnahes Tier mit zutraulichem Charakter.
Wenn ausschließlich Rauhfutter mit sehr geringem Nährwert zur Verfügung
steht, sind geringe Gaben Kraftfutter ratsam. Die Tiere werden fast immer mit scharfen Kontrasten
in der Fellzeichnung geboren. Alle Farben und Abzeichen sind möglich,
darunter gefleckt, bunt, dunkel fuchsfarben, weiß, schwarzbunt, schwarz
mit Blesse und schwarz. An Kopf und Beinen bleiben diese Farben
sichtbar, wenn die Tiere älter werden. Die Vliesfarbe ist grauweiß
oder schwarz. Manchmal sind dunkel gefärbte Flecken in der
ausgewachsenen Wolle sichtbar. Oft sind Nacken- und Brustpartie dunkler
als der Rest des Vlieses. Im Übrigen wird auf Farbe und Abzeichen kein
Wert gelegt. Ein seltener Farbenschlag ist hell fuchsfarben. Die
bunte Variante (hellbraun mit weiß) wird gescheckter Fuchs genannt.
Schoonebeeker mit dieser warm-orangen Fellfarbe bleiben oft etwas
kleiner und zarter als ihre Altersgenossen und werden „Ommertjes“
genannt. Die Legende sagt, dass dieser Farbenschlag früher speziell in
der Umgebung von Ommen in der Provinz Overijssel gezüchtet wurde, aber
echte Beweise dafür gibt es nicht. Ommertjes müssen sich ihren
Altersgenossen bei der Beurteilung der Qualität
ihrer äußeren Erscheinung oft geschlagen geben. Aber wegen
ihrer Seltenheit und des historischen Hintergrunds sind Ommertjes es
sicher wert, in der Schoonebeeker-Population erhalten zu bleiben. Muttertiere werfen oft Einlinge, aber Zwillinge bilden sicher keine Ausnahme. Normaler Weise verlaufen Geburten problemlos und die Muttereigenschaften können als ausgezeichnet bezeichnet werden. Weibliche Tiere können bei stabiler Rauhfutterversorgung bis zu 50 kg schwer werden, Böcke bis zu 80 kg. Das Körpergewicht ist aber nicht zuletzt von der Haltungsform abhängig. Text: © Nederlandse Fokkersvereniging het Drentse Heideschaap (NL) Fotos: © Rob
Brummel, Dalfsen (NL) Übersetzung: Armin Reinartz
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