Die Graue Bergziege
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Das Rasseportrait

Die graue Bergziege

(Capra Grigia)


©Willi Keller

Die graue Bergziege Capra Grigia stammt aus den Tälern des Tessins und Graubünden. In diesen Regionen ist ihre Existenz seit über 100 Jahren dokumentiert. Dennoch der Zuchtrückgang der Ziegen im Allgemeinen, das Nicht-Anerkennen der Capra Grigia während der Ziegenrassenbereinigung von 1938 und die schlechten gesundheitlichen Bedingungen durch das CAE-Virus haben dazu beigetragen, dass diese Rasse beinahe ausgestorben ist.

Die Capra Grigia ist vor allem auf der Alpensüdseite anzutreffen. Sie ist heute die bedrohteste Schweizer Ziegenrasse

In der Schweiz züchten knapp 20 Züchter diese Rasse. Die meisten von ihnen leben im Misox und im Calancatal. Zunehmend begeistern sich auch Züchter in der Deutschschweiz und der Romandie für die stolzen Ziegen.

Die Capra Grigia oder Cavra del sass, wie man sie im Tessin nennt, trifft man in drei Farbschlägen an. Die Palette der Farben erstreckt sich von silbergrau bis zu grauschwarz meliert.

Die Capra Grigia zeichnet sich aus durch kräftige, nach außen gebogene Hörner, durch eine starke Muskulatur, durch harte Hufe und durch hervorragende Anpassungsfähigkeit an das Leben in den Bergen (robuste, wiederstandsfähige Ziege, anspruchslos und trittsicher). Die Gesamtheit dieser Charakterzüge macht aus ihr ein ideal angepasstes Tier, um in den vorherrschenden Bedingungen der Alpensüdseite zu leben.

  
©Willi Keller

Auf der ganzen Alpensüdseite kommt diese Bergziege in verschiedenen Grautönen vor: die Palette reicht von silbergrau über beige-grau bis zu grau-schwarz meliert. Diese Rasse zeichnet sich durch ihre Trittsicherheit und ihre ausgezeichnete Alptüchtigkeit aus.

In verschiedenen Tessiner und Südbündner Talschaften wurde die graue Bergziege vor über 100 Jahren schriftlich dokumentiert. 1897 wurde sie, unterteilt in drei Farbschläge, aufgeführt: die Livinerziege, mittelschwer, von grauer bis schwarzer Farbe, meist gesprenkelt. Da dieser Schlag auch im Misox und Calanca Tal vorkommt, wird er auch Misoxerschlag genannt. Die Blenio-Valmaggiaziege (auch Lavizzarerziege genannt) ist kleiner als die Liviner, meist grau mit schwarzen Deckhaaren und schwarzen Füssen und schließlich die Rivieraziege, die größer als die Livinerziege ist, ihr aber sonst sehr ähnlich sieht. Alle haben kräftige nach außen gebogene Hörner.

Auch im Onsernone Tal und im Centovalli war diese Rasse verbreitet. Im Dialektwörterbuch der italienischen Schweiz kommen verschiedenste Namen vor, die diese Rasse bezeichnen. So spricht man in Airolo von "cavra ghèsa" (grau gesprenkelte Ziege), in Linescio von "cavra bròia" (graue Ziege), in Giornico von "bosc blüsc" (dunkelgrauer Bock). Dann gibt es noch in Iragna die "müs'cia" (Ziege mit grauem, gesprenkeltem Fell) und deren hellere Variante die "cavra bròsgia".

Im Calanca Tal wird die Farbe der Ziege mit gebrochenem oder gewaschenem Granit verglichen, je nach Intensität der Farbe. So wie jede Gegend ihren Ziegenschlag hat, kennt auch jede Region, oder sogar jedes Dorf eine genaue Bezeichnung dafür. Aber auch in anderen Alpentälern, wie z.B. im Tirol und im Trentino (I) hat sich diese Rasse bis in die heutige Zeit gehalten, jedoch ist die graue Ziege auch an diesen Orten vom Aussterben bedroht, da der graue Bestand immer mehr vernachlässigt wird.

Die Stiftung fand Ende der 90er-Jahre noch wenige Tiere, die als Nachfahren der historisch belegten Gruppe der graufarbigen Tessiner Ziegen bezeichnet werden konnten.

1997 wurde dieses Projekt von ProSpecieRara lanciert und durch die Voce del Sud, die Zweigstelle von ProSpecieRara in Bellinzona, koordiniert und geleitet.

Rassebeschreibung von: (c) pro specie rara

Weiterführende Literatur:                        (weitere Ziegenbücher in unserem Büchershop)

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