Die Nederlandse Landgeit
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Das Rasseportrait

Die Nederlandse Landgeit

Die Niederländische Landziege


Die Niederländische Landziege ist eine nord-westeuropäische Landrasse, die von der Bezoarziege abstammt. Sie ist an die vorherrschenden Verhältnisse angepasst und auf gute Konstitution und Nutzen für die ehemals kleinräumige Landwirtschaft in den Niederlanden gezüchtet. Auf Gemälden aus der Zeit zwischen 1600 und 1750 taucht die Niederländische Landziege häufig auf. Die widerstandsfähige und genügsame Rasse war bis Anfang des 20. Jahrhunderts fast überall in den Niederlanden verbreitet. Als Folge von Einkreuzungen ausländischer Milchrassen und aufgrund des abnehmenden Interesses nach der einsetzenden Intensivierung der Landwirtschaft war die Niederländische Landziege um das Jahr 1950 fast verschwunden.

Im Jahre 1958 kamen die letzten beiden bekannten Exemplare, ein Bock und eine Geiß, zu einer Schafherde im Naturreservat Gooi bei Bussum, später wurden sie an den Tierpark Blijdorp in Rotterdam weitergegeben. Ein noch für die Zucht einsetzbarer Bock und zwei Geißen wurden 1969 von dort an einen Tierpark in Emmen abgegeben, wo der Bestand bis 1971 auf 13 Tiere zunahm. Im gleichen Jahr kam der Restbestand zum Reichsinstitut für Naturverwaltung, wo die Tiere für Beweidungsversuche eingesetzt werden sollten. Um den Inzuchtgrad zu verringern, wurde der noch für die Zucht einsetzbare Bestand von je vier Tieren jedes Geschlechts um acht fremde Kreuzungstiere ergänzt, die zumindest dem Landrassetypus entsprachen.

Dem Typ nach handelt es sich um eine kräftige und mittelgroße Landrasse. Der Körperbau ist kompakt, mittelschwer und gut entwickelt mit angemessener Breite. Die Beine sind relativ kurz und kräftig.

Kopf und Kiefer sind von mittlerer Breite. Die Ohren sind fleischig, kräftig, nicht zu lang und leicht nach vorn stehend. Die Nasenlinie, die unmittelbar vom Nasenspiegel bis zwischen die Augen verläuft, geht in eine hohe Stirn mit ausreichender Breite über, die vor einem mittelstarken bis starken Hornansatz liegt. Die Hörner haben einen breiten Hornansatz, sind ausreichend schwer und regelmäßig geformt. Bei den Geißen sind sie leicht nach hinten gebogen und seitlich ausgestellt oder widderartig. Die Böcke haben schwere leierförmig gedrehte und widderartig oder säbelförmige Hörner.

Die Behaarung ist grob und dicht. Die Geißen können sowohl kurz-rauhaarig als auch lang-rauhaarig sein, wobei das Fell bei langhaarigen Tiere auf Rücken und Schenkeln besonders stark ist. Die Böcke haben eine gleichmäßig über den ganzen Körper verteilte lang grobe Behaarung. Alle Farben und Fellzeichnungen sind erlaubt, mit Ausnahme der Toggenburger Zeichnung.

Die Widerristhöhe beträgt bei ausgewachsenen Geißen, zwischen 65 cm und 72 cm, beim ausgewachsenen Bock zwischen 75 cm und 89 cm.

Der Bestand der Rasse war im Jahre 1971 auf 12 eingetragene Zuchttiere geschrumpft. Im Jahre 2002 waren wieder 1668 Tiere im Herdbuch verzeichnet, davon 1407 Geißen und 261 Böcke. Die vergleichsweise große Anzahl männlicher Tiere sorgt dafür, dass eine relativ große effektive Population zur Verfügung steht. Das verdankt die Rasse vor allem ihren eindrucksvollen Böcken, die gern für den Privatgebrauch gehalten werden.

Rassebeschreibung und Fotos von: ©Landelijke Fokkersclub Nederlandse Landgeiten

Übersetzung: Armin Reinartz

Weiterführende Literatur:                        (weitere Ziegenbücher in unserem Büchershop)

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