Pfauenziege
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Das Rasseportrait

Die Pfauenziege

Pfauenziege, Bock

© Karl Schardax

Der Name Pfauenziege entstand aufgrund eines Schreibfehlers: Er rührt von den Pfaven her, den seitlichen, schwarzen Bändern der Kopfzeichnung. 

In alten Beschreibungen finden wir Namen wie Prättigauerziege, grauschwarze oder grau-schwarz-weiße Gebirgsziege, halbetscha, Halbweiße, razza naz (Tessin) oder Colomba (Bergell). Pfaven- und später Pfauenziege setzte sich schließlich durch.

Ende 19. Jh. deckt sich die Schilderung der Prättigauer Ziege bereits weitgehend mit der heutigen Pfauenziege. Anfang dieses Jahrhunderts tauchen die ersten Bilder der Pfauenziege auf. Die vordere Körperhälfte war aber noch öfters grau als schneeweiß gefärbt. Damals schon wird von einer stattlichen Ziege berichtet und die Züchter waren mit der Milchleistung sehr zufrieden. Im Zuge der Rassenbereinigung von 1938 wurde die Pfauenziege als nicht förderungswürdig betrachtet und gewissermaßen zum Verschwinden verurteilt. Dank engagierten Züchtern im Kanton Graubünden blieb die Rasse jedoch erhalten. Heute züchten 120 Züchter die Pfauenziege in der ganzen Schweiz - mit steigender Tendenz.

Vieles spricht dafür, daß diese Rasse, die auch in Österr. gefährdet ist, einst im gesamten Alpenraum verbreitet war, also auch in Österr. autochthon ist.

Der Bestand ist aber bedenklich gefährdet. Anfang der achtziger Jahre wurden in Graubünden nur noch rund 10 Züchter, davon die Hälfte mit weniger als 5 Ziegen gezählt. Bündner Züchter und Experten erkannten die Gefahr des Aussterbens dieser Rasse. Es schien aber bereits zu spät zu sein, da viele Halter ihre Ziegen verkauften. Verstreut über die ganze Schweiz hat sie aber bis heute überlebt.
Die Zeichnung der Pfauenziege vererbt sich recht dominierend, so dass auch Kreuzungstiere wie Pfauenziegen aussehen. Die Rasse erhielt damit unfreiwillig viel "frisches" Blut anderer Ziegenrassen und verlor etwas des eigenen genetischen Erbes. Mit Hlilfe der KVZ in Bern werden darum Zuchtbücher durch die IG für die Pfauenziege in diversen Regionen aufgebaut.

Die Pfauenziege ist eine typische Gebirgsziege. Sie liebt gut strukturierte und kräuterreiche Weiden, klettert gerne und mit Leichtigkeit. Pfauenziegen sind robust, widerstandsfähig und marschtüchtig. Es sind eher große, schwere Ziegen. Die Lämmer haben einen guten Zuwachs und geben feine Osterlämmer. Sie erbringt bei bescheidenen Futteransprüchen eine gute Fleischleistung.

Die Böcke haben kräftige, lange, oft weit ausladende Hörner. Charakteristisch für die Pfauenziege ist die spezielle Zeichnung: Die vordere Körperhälfte ist vorwiegend weiß mit schwarzen Stiefeln; schwarz sind auch die Pfaven, Hinterkopf und Maul; auch die hintere Körperhälfte ist vorwiegend schwarz, mit weißen Oberschenkeln, weißen Flanken- und Oberschenkelflecken und einem weißen Schwanz.

Man trifft diese alte Gebirgsrasse vorwiegend im Kanton Graubünden und im oberen Tessin an, wo sie oft als Leitziege in Verzasca-Herden eingesetzt wird.

Rassestandard
Ziegenbock
Ziege
Widerristhöhe
75 - 85 cm
70 - 80 cm
Mindestgewicht
65 - 85 kg
50 - 60 kg
Durchschn. Milchleistung über 2.5 Jahre  
349 kg
Durchschn. Laktationsdauer  
232 Tage

(Quelle: SCHWEIZERISCHER BAUERNVERBAND)

              

 © Carmen Lanz

Rassebeschreibung: Herwig zum Berge Nutztier-Arche Suderbruch

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Weiterführende Literatur
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Gefährdete Nutztierrassen
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Ziegen-halten

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Seltene Haus- und Nutztierrassen
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