Dunkle Bienen

 (Apis mellifera mellifera)

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Kompendium der Bienenkunde

 


Dunkle Bienen
(Apis mellifera mellifera)
 

Die Dunkle Biene Apis Mellifera Mellifera

 ist die einzige bei uns ursprünglich beheimatete Biene. Vor ca. 10.000 Jahren hat sie sich von Süden her  verbreitet. Immer der Eiche und der Haselnuss folgend, die sich mit Rückgang des Inlandeises am Ende der letzten Eiszeit immer weiter gen Norden ausdehnten. Bis vor etwa 60 - 70 Jahren war sie auch die einzige bei uns beheimatete Biene. Sie wurde von den hiesigen Imkern gehalten und lebte als echte Wildbiene in den Wäldern Mittel- und Nordeuropas.
 

Von den Zeidlern wurde sie genutzt, zunächst aber in ihrer natürlichen Umgebung, dem Wald, belassen. Später bestimmten die Imker ihren Aufenthaltsort, indem sie wilde Schwärme in Klotzbeuten oder Körben unterbrachten.                                    
 

Mit der Einführung der mobilen Rähmchen in den Beuten, begann die "moderne" Bienenhaltung. Seltsamerweise war dies auch die Zeit, wo in Deutschland die ersten Italienerköniginnen eingeführt wurden und sich die ersten Imker intensiv mit der Zucht der Honigbiene befassten. Schon zu dieser Zeit begannen die Imker und gerade die "fortschrittlichsten" unter ihnen die Dunkle Rasse in Frage zu stellen, zu verkreuzen, zu verdrängen. Der Wille den Bienen immer höhere Honigleistungen abzuverlangen, machte wohl gerade die Pioniere der Bienenzucht etwas blind für die hervorragenden Eigenschaften, dieser regional angepassten Biene.
 

Mitte des letzten Jahrhunderts, hielt dann die aus Östereich und dem Balkan stammende Carnica Einzug auf vielen deutschen Bienenständen. Diese Biene war bereits gut durchgezüchtet und nur eine Hand voll Bienenwissenschaftler haben den Kampf aufgenommen, um die Dunkle zu vernichten und die Carnica zu verbreiten. Sie haben gewonnen, gerade wir Deutschen sind ja so wissenschaftsgläubig und so wurde in nicht einmal einem halben Jahrhundert, eine ganze Rasse mit vielen hervorragenden Eigenschaften ausgerottet. Glücklicherweise gibt es noch in verschiedenen anderen europäischen Nachbarländern Restbestände dieser Biene, ein Geenpol auf den wir zurückgreifen können um diese Biene bei uns wieder heimisch zu machen und zu erhalten. So hat sie doch sehr viele positive Eigenschaften, die nicht nur erhaltenswert sind, sondern in Zeiten von zunehmenden Bienensterben vielleicht irgendwann zum Überleben der Honigbiene allgemein wichtig sein könnten.

So beschreibt Friedrich Ruttner in seinem Buch, Naturgeschichte der Honigbiene, München 2003, die Dunkle Europäische Biene Apis Mellifera mellifera.
 

"Die erstaunliche Fähigkeit dieser Biene, sich an kühle, nasse Sommer mit mageren Trachten, an lange Winter in einer neuen, ihr völlig unbekannten Umgebung anzupassen, findet in der wissenschaftlichen wie in der imkerlichen Welt weit weniger Beachtung als die Eigenschaften mancher exotischer Rassen aus dem Mittelmeergebiet und dem Orient"

"Der Hauptmangel in der Ausprägung der Eigenschaften liegt darin begründet, daß sie niemals einer planmäßigen Auslese in Richtung auf moderne Zuchtziele unterworfen wurde, wie dies bei anderen Rassen geschehen ist. Ferner ist viel zu wenig bekannt, daß es wirklich Gebiete und Bedingungen gibt, in bzw. unter denen keine andere Biene mit solchem Erfolg gehalten werden kann wie die Dunkle."


 

Dunkle Bienen sind:

 

> friedlich, um nicht zu sagen lammfromm

> robust und vital

> langlebig

> sehr winterhart

> flugstark, sie sammeln bis in 5 Km Entfernung

> in der Lage gute Honigleistung zu erbringen

> Selbstversorger

> keine Durchbrüter im Winter

>  haben einen angepassten Schwarmtrieb, häufig schwarmträger als  Carnica

>  haben einen an die Tracht angepassten Brutzyklus

 

Es lohnt diese Biene zu halten, zu erhalten, und zu züchten.

Bei Fragen zur Zucht oder Haltung dieser Rassen wenden Sie sich bitte an einen unserer Ansprechpartner.

Dunkle Bienen: (Apis mellifera mellifera)

 

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