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Wer die Roten Listen der alten und bedrohten Nutztierrassen über die vergangenen Jahre genau studiert hat, wird heute feststellen, dass sich die Bestandszahlen der bedrohten Rassen im Laufe der Zeit etwas stabilisiert haben. Insgesamt haben sich die meisten Rassen im Bestand etwas erholt, wobei es natürlich immer noch Rassen gibt, die leider keine Züchter finden. Die Bemühungen der vergangenen Jahre, die Öffentlichkeit für die Problematik der genetischen Erhaltung zu sensibilisieren, hat Früchte getragen.

Doch die Einstufung der Rassen in die Kategorien der Roten Liste birgt auch die Gefahr einer falschen Einschätzung der wirklichen Lage. Auf den Seiten von VIEH bekommen Sie deshalb auch nur eine allgemeine Auflistung, aber keine Einstufung der bedrohten Rassen gezeigt. Wie jede Statistik zeigt auch die Rote Liste nicht ein komplettes Bild der Gefährdung, denn die Anzahl einer Tierzahl ist nur ein Kriterium, um eine Aussage über die Gefährdung einer Rasse zu machen.

Die Stabilisierung der meisten Tierzahlen kam in der Vergangenheit dadurch zustande, dass "Privatpersonen" und Hobbytierhalter sich dieser Rassen angenommen haben. Um aber unsere Rassen langfristig zu erhalten, müssen sie wieder in die Landwirtschaft eingegliedert werden, d.h. sie müssen wieder in den täglichen züchterischen und wirtschaftlichen Ablauf. Nur wenn sie als Nutztierrassen genutzt werden, werden die Rassen auf Dauer überleben können. Produkte von aussterbenden Nutztierrassen bieten unsere Nutztier-Archen an. Hier können Sie Arche-Erzeugnisse online bestellen: www.mit-genuss-erhalten.de

Doch genau hier ergeben sich die Probleme und genau hier fängt unsere zukünftige Arbeit zur Erhaltung alter und bedrohter Nutztierrassen an: Die alte Rassevielfalt ist aus der Landwirtschaft verschwunden, weil (wenige) neue Rassen, bzw. Hybridzüchtungen eine höhere wirtschaftliche Leistung bringen. Die Landwirtschaft in Deutschland, gebeutelt durch verfehlte Agrarpolitik, Lebensmittelmarkt beherrschende Konzerne und nicht zuletzt Verbrauchern, die alles nur möglichst billig haben möchten, wird kaum bereit sein, sich durch die Umstellung auf weniger wirtschaftliche Rassen (deren Produkte eventuell nachher noch nicht einmal von den Verarbeitungsbetrieben abgenommen werden) noch tiefer ins finanzielle Abseits zu stellen.

Man kann die Problematik der verschwundenen Rassenvielfalt ganz einfach auf den Punkt bringen: Gäbe es einen Markt für ihre Produkte, gäbe es kein Problem mit aussterbenden Nutztierrassen! Somit muss es eine unserer dringendsten Aufgaben sein, einen Markt zu schaffen, in dem für Produkte von alten Nutztierrassen ein reeller Preis gezahlt wird. Dem Verbraucher (und auch wir selbst, die Züchter und Halter sind Verbraucher!) muss zum Verständnis gebracht werden, dass "Nahrungs"-mittel auch "Lebens"-mittel sein sollten und das dieses aber seinen (reellen) Preis haben muss. Das aber auch der "Genuss" dabei nicht zu kurz kommt, können wir mit den meist langsamer wachsenden alten Rassen leicht beweisen. Und erst dann, wenn der Verbraucher Interesse zeigt, werden die alten Rassen für den Landwirt wieder (wirtschaftlich) interessant und können gleichsam evtl. ein Ausweg aus der derzeit desolaten wirtschaftlichen Lage sein.

 

Wenn Sie unsere Arbeit nicht nur ideell unterstützen möchten können Sie uns einen kleinen Betrag spenden oder, wenn Sie sowieso etwas brauchen,  kaufen Sie im Fundraising-Portal ein. Viehlen Dank!

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